Agretti mit Orangen

 

Das Abbild dieses Salates kann man sich an die Wand hängen und sich darüber freuen, was man für einen exzellenten Kunstgeschmack hat. Nebenbei kann man sich von diesem Kunstwerk dann jeden Frühling daran erinnern lassen, dass es so etwas Herrliches wie Mönchsbart gibt, das mindestens so gut schmeckt, wie es aussieht. Auch genannt übrigens Barba di frate, Krähenfuß-Wegerich, Salsola soda oder Agretti. Sieht aus wie dicker Schnittlauch, ist aber im Geschmack irgendwo zwischen erdigem Spinat, allermildesten Algen und dem, was man sich unter dem Gefühl, saftiges, fleischiges Gras zu essen, vorstellt. Mönchsbart passt fantastisch zu Spaghetti oder geräucherten Auberginen. Man kann aber auch einen innerhalb von Sekunden zubereiteten, extrem sommerlichen Salat daraus machen, der nichts als ein frisches Weißbrot mit Butter als Beilage braucht.

Orangen filetieren, aber mindestens eine Spalte davon aufheben, um daraus nachher über dem angerichteten Teller noch etwas puren Orangensaft auszupressen. Knoblauch hacken, mit etwas Olivenöl ultrakurz scharf in der Pfanne anbraten, dann den gut gewaschenen Mönchsbart dazu und ein paar kurze Minuten lang etwas durchschwenken. Auf einen Teller geben. Orangen dazu, mit Balsamico, Olivenöl, etwas Salz und Pfeffer anmachen, ein paar Minuten abkühlen und durchziehen lassen. Am besten schmeckt dieser Salat lauwarm. Dann: Aufessen. (Eh klar, aber andererseits: bei einem Kunstwerk weiß man ja nie.)

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