Cavolo nero

Cavolo nero, der Schwarzkohl, ist der zweite große italienische Kohl, der in diesem Herbst schon seinen Weg in meine Küche gefunden hat. Ursprünglich stammt er aus der Toskana und wird hier immer häufiger von ein paar aufmerksamen Händlern angeboten. Neben Spina, der Nummer eins für italienisches Grünzeug, haben auch die Basic-Bioläden in den letzten Jahren eine in Deutschland gezüchtete Variante im Angebot.

Beschreiben könnte man das Gemüse so: Es ist eindeutig mehr Kohl als Rapa, es ist aber weniger Kohl als deutscher Grünkohl. Irgendwie liegt er geschmacklich zwischen vielem, was vermutlich auch der Grund dafür ist, dass er zu unzähligen Gerichten verkocht werden kann, die allesamt fantastisch klingen. Mit dem Kohl gefüllte Nudeln, Schwarzkohlsuppen oder gefüllte Schwarzkohlblätter sind nur ein paar Varianten. Am häufigsten findet er sich wahrscheinlich in Gemüseeintöpfen und diversen Minestrone-Varianten. So ähnlich habe ich ihn auch zubereitet und dennoch war das Ergebnis weder Minestrone noch Ribolita.

Cavolo Nero

Ich habe die dunklen Blätter mit Knoblauch und Zwiebel in Öl gedünstet, dann mit etwas Weißwein und Brühe geköchelt und durch allerlei Schönheiten des Herbsts ergänzt: Kartoffeln, Karotten, Canellini-Bohnen, Tomaten. Zum Schluss reichlich Petersilie und Salbei dazu, ein paar fein geschnittene Zitronenstückchen und die separat gekochten, dicken Nudeln. Noch etwas Pecorino, geröstete Pinienkerne und großzügig Olivenöl drüber. Und natürlich vorher das Päckchen mit den Gewürzen raus, die dem Ganzen mit Wacholder, Piment, Nelke und Lorbeer noch mehr herbstlich-weihnachtliche Gefühle einhauchen.

Schon lange hat mich ein Gericht nicht mehr so von innen gewärmt und mit jedem Bissen neue Geschmacksrichtungen entdecken lassen.

Cavolo Nero

Und wer auf all die Arbeit gar keine Lust hat, legt einfach ein paar Blätter für einige Minuten in den heißen Backofen und bekommt würzige, knusprige Schwarzkohl-Chips, von denen eine Freundin seit Jahren schwärmt, seitdem sie sie einmal mit mir gegessen hat. Was immer man also mit ihm anstellt: Dieser Kohl macht Eindruck.

 

5 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.