Elisabeth Raether

In dieser Rubrik bitten wir in regelmäßiger Folge Menschen mit gutem Geschmack unseren Fragebogen auszufüllen.

Heute: Elisabeth Raether, Journalistin, Buchautorin und Rezeptkolumnistin des Zeit-Magazins.

Rezeptkolumnen werden in den meisten Magazinen von ausgebildeten Köchen verfasst. Die Serie Wochenmarkt im Zeit-Magazin wird von Elisabeth Raether geschrieben. Bevor ich mir ausführlicher Gedanken über ihre Person machte, hielt ich sie beim Überfliegen ihrer Texte aus der Ferne ebenfalls für eine ausgebildete Köchin, die sprachtalentiert und angenehm flapsig übers Kochen schrieb. Außerdem schien diese Köchin eine große politische Expertise zu besitzen und in ihrer Freizeit eine Art Editor-at-large Stelle im Politik-Ressort der ZEIT zu bekleiden, wo sie ab und an wie nebenbei Essays über die Arroganz der liberalen Eliten, zeitgenössischen Feminismus oder eine Reportage über den Avocado-Wahnsinn verfasste.

Regelmäßige und aufmerksame Leser der Kolumne wissen natürlich, dass Raether vorrangig Journalistin und Buchautorin ist und keine ausgebildete Köchin. Dafür kokettiert sie auch viel zu häufig mit ihrem kulinarischen Halbwissen, etwa wenn sie in einem Text über chinesische Pfannkuchen schreibt, dass sie  „wahrscheinlich alles falsch macht, es aber trotzdem schmeckt“. Genau diese achselzuckende und doch von großer Lieben zu gutem Essen geprägte Herangehensweise ans Kochen macht ihre Kolumne so lesenswert.

Frühstück an einem ganz normalen Wochentag: Was gibt es?
Schwarzen Kaffee und ausgepresste Orangen.

Ein Gericht, für das du berühmt bist?
Schweinebäckchen! Aber leider nicht richtig berühmt.


Welche Regeln gelten in deiner Küche?
Keine Regeln, aber scharfe Messer machen alles einfacher. Viele Leute finden Kochen anstrengend, bis sie merken, dass nur ihre Messer nicht scharf sind.

Das letzte interessante Produkt, das du für dich entdeckt hast und optional zwei weitere auf die du in deiner Küche schwörst ?
Ich bin wahrscheinlich der letzte Mensch auf der Welt, der entdeckt hat, wie gut es schmeckt, wenn man Butter in weißem Reis schmelzen lässt und Chilisoße darübergibt.

Foto: Andreas Lux

Wenn du auswärts isst: Woran erkennst du ein gutes Restaurant?
Ein schlechtes erkennt man, denke ich, am Geruch.

Bitte eine Restaurant-/Bar- oder anderweitige Empfehlung zur Einkehr in Italien:
Ich gehe immer in diese Pasticcerias, und die sind ALLE gut.


Alle Folgen der Rubrik „Sechs Fragen an“ gibt es hier.

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