Feigendatschi

Wenn der Spätsommer auf seinem Höhepunkt ist, kommt die Zeit der reifen Früchte. Pfirsiche, Pflaumen, Trauben usw. sind nie besser als zu dieser Jahreszeit. In Bayern backt man jetzt traditionell Zwetschgendatschi, was meiner Meinung nach eines der besten Gerichte der deutschen Küche ist. Denn eigentlich ist dieses Blech aus Hefeteig und frischen Früchten nichts anderes als eine sehr gut gemachte Focaccia, der ein bisschen Ei und Zucker in den Teig gerutscht ist. Wobei man das Ei noch nichtmal zwingend braucht.

Fast jedes Jahr bin ich erstaunt, wie früh es frische Feigen gibt. Und zwar nicht nur die schwarzen Exemplare aus der Türkei, die immer schon im August in jedem Supermarkt liegen und leider nicht nach viel schmecken, sondern diejenigen, die man fast als „heimisch“ bezeichnen könnte: Die frisch und grün leuchten und schon drei Stunden entfernt in Südtirol wachsen (und sogar auf meinem eigenen Balkon).

Also habe ich neulich etwas ausprobiert, was ich schon längst mal machen wollte: Ich habe einen Feigendatschi gebacken oder wenn man so will eine Feigenfocaccia. Und das war so gut, dass ich jedem nur ans Herz legen kann, das ebenfalls zu tun.

Viel Arbeit ist es nicht. Aus 350 Gramm Weizenmehl, 125 ml Milch, je 50 Gramm Zucker und Butter, einem halben Würfel Hefe, einem Ei und einer Prise Salz rühre ich einen Hefeteig zusammen. Dabei gilt dasselbe, das auch bei jedem Pizzateig gilt: Zunächst mache ich aus Hefe, einem Löffel Mehl, etwas Wasser und Zucker in einer kleinen Schale einen Vorteig. Wenn der nach ca. 15 Minuten anfängt, sich auszudehnen, gebe ich ihn zusammen mit den restlichen Zutaten in eine Schüssel. Mehl gebe ich erst nach und nach hinzu, ich beginne gerne mit einem etwas zu flüssigen Teig, den ich erst langsam bis zu seiner idealen Konsistenz knete. Wenn er dann nicht mehr klebrig, aber weich und zart ist, lasse ich ihn mindestens zwei Stunden gehen. Dann aufs Blech damit und ruhig nochmal etwas ruhen lassen.

Die Feigen schneide ich in Viertel und drücke sie Rücken an Rücken in den Teig. Zum Schluss gebe ich noch etwas Zucker darüber, der löst den Saft aus den Früchten und sorgt damit für eine schöne Feuchte. Dann in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen, für ungefähr eine halbe Stunde.

Am besten schmeckt der Datschi übrigens genau wie sein Zwetschgenkollege und alle anderen Hefegebäcke, wenn er gerade aus dem Ofen kommt und noch etwas warm ist.

Dieses Rezept ist im Rahmen unserer Rezeptkolumne im amazedmag erschienen. 

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