Orangenrisotto

Draußen scheint schon die Frühlingssonne und in der Küche liegen noch so viele Orangen rum, als wäre gestern erst Nikolaus gewesen? Außerdem knurrt der Magen und will auf dem Balkon ein frisches, leichtes Mittagsmahl serviert bekommen? Kein Problem, denn Orangen lassen sich ganz hervorragend in einem kleinen Risotto servieren, das so erfrischend schmeckt, dass man sich an der Amalfiküste unter Zitronenbäumen oder wenigstens auf einer sonnigen Promenade am Ufer des Gardasees wähnt.

Wie man das macht? Total einfach, in Olivenöl werden erstmal Zwiebeln gedünstet, dann kommt der Reis dazu und wird kurz mitgeröstet. Überhaupt, Risottoreis: Einige Menschen schwören auf den klassischen Carnaroli, andere kaufen halt irgendeinen Reis (Arborio, Vialone Nano …) und machen sich nicht weiter Gedanken darüber. Ich habe für mich vor einiger Zeit den hervorragenden Sant’Andrea entdeckt. Er wächst im Piemont, hat eine geschützte Herkunftsbezeichnung und einen unglaublichen Stärkegehalt, der jedes Gericht automatisch zu einer Creme macht. Außerdem besitzt er die Eigenschaft, noch ordentlich Biss zu behalten, selbst wenn man ihn vielleicht aus Versehen mal zwei Minuten zu lang gekocht hat. Ein toller Reis, den ich fortan jedem empfehle.

Aber weiter im Text: Diesen Reis lösche ich nun mit einem Schuss Weißwein ab und lasse ihn unter gelegentlichem Rühren (man muss ein Risotto nicht ständig rühren, man muss nur aufpassen, dass nichts anbrennt) und Hinzugabe von heißer Gemüsebrühe zu einem klassischen Risotto einkochen. Währenddessen inspiziere ich die Orangenvorräte und finde: Normale Tarocco-Orangen, kleine halb-rote Sanguinello und auch noch Bitterorangen, eine Art Chinotto. Praktisch – von jeder Sorte können wir hier das Beste benutzen. Also presse ich die großen saftigen aus, filetiere die kleinen rötlichen und reibe etwas von der Schale der Bitterorange herunter.

Ist das Risotto bereit, wird es mit einem Stück Butter und Parmesan montiert und mit dem frisch gepressten Orangensaft versehen (wer genug davon hat, kann auch schon vorher ein bisschen was davon in die Brühe geben). Dann die Filets unterrühren und zum Schluss auf dem Teller noch die bittere Schale darüber. Schmeckt unglaublich intensiv orangig und frisch und vereint all die Geschmacksnoten der Orange auf einem Teller.

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