Pappa al pomodoro

Pappa al pomodoro ist eines der einfachsten und am schnellsten zuzubereitenden Gerichte, die ich kenne. Und es ist eines der wenigen, von denen ich mich problemlos mehrere Tage (oder Wochen) am Stück ernähren könnte. Beheimatet ist es in der toskanischen Bauernküche, wo es aus altem Brot und übrig gebliebener Tomatensoße gekocht wird. In manchen Gegenden gibt man auch noch Rinderbrühe dazu, eine gute Tomatensoße reicht aber auch vollkommen aus. Übrigens ist die Pappa al pomodoro nicht nur einfach und schnell, sie ist auch das ganze Jahr über passend. Man kann sie an heißen Sommertagen aus dem Kühlschrank löffeln und im Winter wie eine heiße Suppe. Obwohl sie ein klassisches Resteessen ist, mache ich die Pappa al pomodoro oft frisch. Zugegebenermaßen kommt man sich etwas beknackt dabei vor, extra ein frisches Brot zu kaufen, nur um es dann tagelang zuhause alt werden zu lassen – aber wenn man etwas liebt, tut man eben die seltsamsten Dinge.

Die Zubereitung ist denkbar einfach: Zunächst koche ich eine einfache Tomatensoße. Ich dünste klein geschnittene Zwiebeln und Sellerie in Olivenöl und lasse sie dann mit reichlich Passata einkochen. Währenddessen schneide ich altes, trockenes Weißbrot in dünne Scheiben und reibe diese mit einer aufgeschnittenen Knoblauchzehe ein. Wer kein altes Brot hat, kann auch frisches Brot so lange toasten, bis es schön trocken geworden ist. Dann werden in einer großen Schüssel Brot und Tomatensoße geschichtet. Ich fange mit Tomaten an, gebe dann ein paar Scheiben Brot darüber und begieße diese mit reichlich Olivenöl. Hier ist ausdrücklich (wie eigentlich immer, aber hier wirklich ganz besonders) darauf zu achten, dass es ein fruchtiges, würziges, frisches Olivenöl ist. Am besten natürlich ein toskanisches mit viel Geschmack. Dann wieder Tomaten, Brot, immer wieder Öl. Solange bis die Schale gut gefüllt ist. Zum Schluss wird alles kurz ziehen gelassen und dann mit zwei Löffeln mit großen Bewegungen zerteilt, bis eine grobe Masse daraus wird. Ich mag das Wort nicht besonders, aber die passendste Bezeichnung für die gewünschte Konsistenz wäre wohl Brei oder eben Pappa. Und wer jetzt irgendwie das Gefühl hat, die Beschreibung dieses Gerichts käme ihm verdächtig bekannt vor: Ja, Pappa al pomodoro geht als eine Art tomatige Cousine des Gerichts Fette con cavolo durch.

Dann eventuell noch pfeffern und salzen und eine große Portion essen. Am nächsten Tag schmeckt die Pappa fast noch besser, aber eigentlich bleibt sowieso nie was davon übrig.

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