Pizzateig für Ungeduldige

Nichts ist schöner, als einen tagelang gereiften Hefeteig endlich seiner Bestimmung zuzuführen. Endlich kommt zusammen, was zusammen gehört und das feine Aroma kann sich im heißen Ofen entfalten. Leider hat man aber nicht immer eine knappe Woche Zeit fürs Abendessen und gerade die Lust auf Pizza entsteht oft sehr spontan. Dann sollte es schnell gehen, zumindest so schnell wie möglich, denn ein bisschen Ruhe braucht auch der Pizzateig für Ungeduldige.

Um trotz des beschleunigten Reifeprozesses das bestmögliche Ergebnis zu erreichen, benutze ich, wenn es schnell gehen muss, eine Mischung aus verschiedenen Mehlen. Außerdem verwende ich Trockenhefe. Die hat man immer zuhause und muss für dieses Gericht noch nicht einmal einkaufen gehen. Dieses Rezept ist sehr einfach, man kann es Schritt für Schritt nachmachen und es gelingt immer.

Die Zutaten: Mehl, Hefe, Wasser, Öl, Salz, Zucker

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Wie schon gesagt: Nichts von den hier abgebildeten Zutaten muss frisch eingekauft werden. Man kann (und sollte) immer einen Grundstock an Hefeteigzubehör vorrätig halten.
Für drei dünne Pizzen benutze ich – wie auch schon beim Hefeteig für Geduldige – ca. 150 Gramm Weizenmehl Tipo 00, so wie es in Italien Standard ist. Man kann es auch hierzulande inzwischen fast überall kaufen. Zusätzlich mische ich noch 100 Gramm Manitoba-Weizenmehl darunter. Diese Weizensorte ist in Deutschland schwieriger zu bekommen, es ist aber möglich. Der Manitoba-Weizen zeichnet sich durch seinen erhöhten Anteil an Gluten aus, der unseren Teig schön locker und klebrig macht und ihm hilft, später beim Backen gut aufzugehen. Grundsätzlich ist es oft ratsam ein wenig Manitoba in alle Weizenmehl-Rezepte zu geben. Der Effekt ist wirklich gewaltig. Eine gute Bezugsquelle für Manitoba ist die Hofbräuhaus-Kunstmühle in München (wo es übrigens auch alle anderen Mehle in höchster Qualität und Frische gibt) und die auch einen Onlineshop unterhält.

Aller Anfang ist leicht

Damit wir nicht so lange auf ein Ergebnis warten müssen, machen wir zunächst eine kleine Menge Vorteig. Damit kann die Hefe schon anfangen zu arbeiten und hat es später nicht mehr so schwer mit den restlichen Zutaten. Dafür mische ich ein paar Teelöffel Mehl mit dem Inhalt einer halben Tüte Trockenhefe, gebe eine Prise Zucker hinzu (davon ernährt sich die Hefe und er hilft ihr schnell aktiv zu werden) und verrühre alles glatt mit etwas lauwarmem Wasser.

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Ich decke die Schale ab und lasse sie für eine halbe Stunde an einem warmen Ort stehen. In dieser Zeit beginnt die Hefe ihre Arbeit, durch die geringe Menge an Mehl und die Zugabe des Zuckers dauert das nicht lange und etwas später hat sich die Schale schon mit einer cremigen Mehl-Mischung gefüllt.

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Nicht nur Kneten braucht Zeit…

Diese gebe ich nun zum restlichen Mehl, mische noch etwas Salz hinzu und – bei Bedarf – einen Schuss Olivenöl. Das gibt Geschmack und macht den Teig geschmeidig.
Unter Zugabe von lauwarmem Wasser beginne ich nun, alles zu einem glatten, elastischen Teig zu verkneten. Für die hier benutzten 250 Gramm Mehl, benötige ich ca. 140 ml Wasser.
Genau wie beim Pizzateig für Geduldige ist auch hier der Knetprozess entscheidend. Es bleibt einem leider nicht erspart, man sollte sich dafür genügend Zeit nehmen. Lieber etwas länger kneten und sich erst mit dem Ergebnis zufrieden geben, wenn sich die Masse wirklich weich anfühlt. Das ist aber auch schon das Einzige, was bei der Herstellung dieses Teigs Anstrengung voraussetzt.

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…das Reifen auch

Nun kommt der Teig in eine Schüssel, wird gut zugedeckt, damit er nicht austrocknet und warm gelagert. Sehr gut eignet sich dafür die Tassenablage der Espressomaschine, ein Ort auf dem warmen Fensterbrett oder vor der Heizung. Nach ein, zwei (je länger, desto besser) Stunden, ist der Teig um das Doppelte aufgegangen und bereit für die weitere Benutzung. Möchte man also abends Pizza essen, ist es völlig ausreichend mit der Teigarbeit am frühen oder sogar späten Nachmittag zu beginnen. Durch die Verwendung der Mehlmischung ist das Ergebnis zwar nicht mit einem lange gereiften Hefeteig zu vergleichen, aber trotzdem besser als vieles, was man in der Pizzeria serviert bekommt.

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