Radicchio al forno

 

In der Radicchio-Saison kann ich vor den Radicchio-Kisten beim Gemüsemann so lange stehen wie vor einem Gemälde. Die grünviolett gesprenkelten Castelfranco-Köpfe, die kleinen blutroten Grumolo rosso-Röschen oder die hellrosa bis pfirsichfarbenen Köpfe, die aussehen wie aus Seidenpapier gewickelt, der feste längliche Trevisano, der sich lockende Tardivo – was für ein exzentrisches Gemüse!

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Und der Radicchio ist nicht nur schön, er ist auch wahnsinnig vielseitig. Er macht sich gut in Nudeln, im Risotto, als Salat, oh und auf der Pizza! Er passt immer. Mein persönliches Radicchio-Signature-Dish aber ist Radicchio mit Parmesan überbacken. Ich mache es wirklich fast immer, wenn ich Besuch habe oder bei jemandem zu Besuch bin und eine Vorspeise machen möchte, die keiner kennt und allen schmeckt. Es ist verrückt, aber man kann die Leute mit dieser Vorspeise extrem beeindrucken.

Das Beste daran: Dieses Gericht kann wirklich jeder zubereiten. Es ist so simpel, dass selbst das Öffnen eines Tiefkühlpizzakartons und das Rausfriemeln der Pizza aus seiner Plastikhülle mehr Arbeit bedeuteten würde.

Man nehme die Blätter eines Radicchios, lege sie auf einen Teller mit etwas Olivenöl, wende sie einmal, lasse sie sich dabei das Öl nehmen, das sie brauchen (das hat mir neulich ein Koch gesagt, bevor er Gemüse auf den Grill gegeben hat: „Nicht in Öl baden, nicht mit Öl begießen, einfach nur auf einen flachen Teller mit Öl legen, es nimmt sich schon, was es braucht.“) und gebe sie dann in eine Auflaufform. Bestreue sie mit Parmesan und ein klein wenig Salz (aber wirklich nur wenig, die Würze übernimmt der Parmesan) und schiebe das Ganze unter den Grill, bis der Käse geschmolzen und leicht goldbraun geworden ist.

Fertig.

Es ist die perfekte Vorspeise. Geht aber auch als Begleitung natürlich, als Beilage – oder eben ganz für sich allein, für Abende oder Mittage, an denen man nur wenig Hunger hat, zusammen mit ein bisschen geröstetem Brot und Wein.

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