Risotto al Barolo

Ungünstig: Ich sehne mich immer dann nach einem Fest, wenn nirgends eins in Sicht ist. Im Winter schwebt mir so etwas wie Weihnachten vor, nur ohne alles, was daran anstrengend ist. Hinter den Fenstern soll es kalt und nachtschwarz sein und drinnen hell erleuchtet. Ich will die Wärme, die zarte Musik im Hintergrund, die diffuse Vorfreude, die Geborgenheit eines Abends, an dem es nirgends etwas zu verpassen gibt außer zuhause.

Das Geheimnis zur Erzeugung dieser Atmosphäre lautet: Raue Mengen in der warmen Küchenluft verdunstender Rotwein. Kriegt man sehr gut hin mit einem Rotwein-Risotto. Es lohnt sich, nur den besten Rotwein zu verwenden. Je besser der Wein, desto festlicher die Atmosphäre. Erklärt sich von selbst. Es spricht also nichts gegen Barolo. Aber was spricht überhaupt gegen Barolo? Sparen kann man woanders. Zum Beispiel an Coffee to go, schlechtem Street-Food, modischen Fehlkäufen, Fitnessstudiobeiträgen oder Losen, die einem doch keinen Gewinn bescheren.

Festliches Licht und festliche Musik anmachen. Zwiebel sehr fein hacken und in Olivenöl anschwitzen. Risottoreis hinzugeben, am liebsten Carnaroli, kurz rösten und mit einem sehr, sehr gut gefüllten Glas Barolo ablöschen. Unter stetigem Rühren einkochen lassen und ganz allmählich unter schluckweiser Zugabe von klassischerweise frischer Hühnerbrühe oder alternativ einer sehr gut gewürzten, frischen Gemüsebrühe fertig garen. Parmesan reiben, Sahne schlagen oder alternativ Creme fraiche bereitstellen. Parmesan ins Risotto rühren, ein kleines Stück Butter und ganz zum Schluss, kurz vor dem Servieren in gewünschter Menge die Sahne oder Creme fraiche unterheben, ein bis zwei Löffel sind ein guter Richtwert. Den Rest des Barolos ins Glas oder die Gläser, je nachdem, wer am spontan ausgerufenen Fest teilnimmt.

Wer zufällig auch noch frischen Trüffel auftreiben kann: Auch noch über das auf dem Teller angerichtete Risotto reiben.

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