Roher Spargelsalat

Das Verhängnisvolle an Saisongemüse ist: Es macht einen faul. Sieht man am Kürbis im Herbst. Was fällt den Leuten zu Kürbis ein? 1. Kürbissuppe! 2. Ofen-Kürbis. 3. Kürbissuppe! 4. Ofen-Kürbis. 5. Kürbissuppe! Und so weiter.

Mit Spargel ist es ganz ähnlich. Zum Glück bringt der grüne Spargel immer etwas Abwechslung in die Sache, die Leute braten ihn, essen ihn zu Pasta, im Risotto, machen einen lauwarmen Salat daraus, und so weiter.

Mit weißem Spargel hingegen werden noch immer kaum Experimente gemacht. Zugegeben, es tut nicht so sehr not wie beim Kürbis, denn Spargel ist an Kartoffeln und Butter oder (selbstgemachter!) Hollandaise eine zeitlose Angelegenheit, die auch an Tag 37 der Spargel-Saison noch so gut schmeckt wie am ersten Tag. Aber was macht ein Spargel, dem das auf Dauer zu fad ist? Was sind seine Karriereoptionen? Zur Suppe werden? Soll das wirklich alles gewesen sein?

Niemals. Aus der Kategorie „Anderes mit Spargel“ präsentieren wir heute: Spargelsalat aus hauchdünn geschnittenem rohem Spargel.

Spargel genauestens schälen (schlecht geschälter Spargel ist bekanntermaßen so unerträglich wie Sand/Baguettebrösel im Bett) und Schale entsorgen. Danach eine Schüssel zur Hand nehmen und den geschälten Spargel einfach weiterschälen, aber jetzt hemmungslos von oben nach unten, inklusive Kopf. Die hauchdünnen Spargelscheiben fallen in die Schüssel, wo sie, wenn sie allesamt verarbeitet wurden, mit Olivenöl, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Parmesan gewürzt werden. Gut abschmecken. Ein paar Minuten ziehen lassen, währenddessen Weißbrot fein würfeln, in einer Pfanne etwas Butter schmelzen und das Weißbrot darin goldbraun rösten. Nach Geschmack kann man die Butter vorher auch zart mit Salbei oder Estragon aromatisieren, pur ist es aber ebenso gut. Spargelsalat auf einem Teller anrichten, mit Brot bestreuen und am besten zu kaltem Weißwein verspeisen.

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