Sehr kleine Artischocken

Carciofini
Carciofini

Wenn hierzulande die ersten zaghaften Frühlingssonnenstrahlen zu spüren sind, kommen allmählich die Artischocken aus Gegenden zu uns, in denen der Winter schon lange vorbei ist. Und wie immer kommen zuerst die jungen Triebe. Deshalb gibt es dieser Tage, neben allerlei sardischen, römischen, französischen (…) Artischocken auch diese kleinen Carciofini, deren Innerstes höchstens daumennagelgroß ist. Dafür konzentriert sich in ihnen aber auch nur das Beste (Geschmack, Konsistenz) des Gemüses, während alles Lästige (Heu) draußen bleiben darf. Die Vorbereitung braucht ein bisschen Geduld, weil man natürlich auch die Kleinen erstmal von ihren harten Blättern befreien muss, bevor sie ihren Weg ins Essen finden.

Dann kann es aber auch schon losgehen: Ich habe die Carciofini im Ganzen mit Knoblauch in Öl angebraten und anschließend kurz gedünstet (das geht, je nach Größe, in wenigen Minuten). Wenn die Flüssigkeit in der Pfanne gerade verdunstet ist, die Carciofini aber noch etwas Biss haben, ist der Zeitpunkt gekommen sie zu karamellisieren. Jetzt Zitrone dazu, etwas Petersilie oder Minze und eventuell einen Schuss Weißwein. Dann dürfen sie ein bisschen ziehen und noch geschmackvoller werden. Währenddessen koche die dazugehörige Pasta. Auch die ist heute etwas besonderes: frische Tagliolini aus Buchweizen, die ich bei Eataly gefunden habe.

Zum Schluss findet sich auf dem Teller: Süßlichsaure, leicht bittere Artischocken, frische Zitronennoten, die würzig-erdige Pasta. Eine sehr lebendige Mischung.

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