Spaghetti Fava Minze Pecorino

Wer in diesen Tagen durch italienische Supermärkte streift, wird vielleicht von großen Schildern abgeschreckt: Vorsicht für Menschen mit Favismus! Hier werden Fave verkauft!

Was aussieht wie die Warnung vor einem biologischen Unfall, ist tatsächlich ein besonders unter Südeuropäern verbreitetes Leiden, das für Betroffene unter Umständen sehr ernste Folgen für die Gesundheit haben kann. Im schlimmsten Fall kann es sogar zum Tode führen. Ah, Hilfe, Tod! Schnell wieder vergessen. Wir wollten doch eigentlich nur über eines der besten Gemüse der Jahreszeit schreiben. Denn die großen Schilder, die für die meisten Menschen zum Glück ungefährlich sind, sagen neben der Warnung vor allem auch eines: Es gibt wieder frische Fava Bohnen!

Wer jetzt gleich denkt „Fava, was soll das denn schon wieder sein, ich wohne doch nicht in Italien“ kann beruhigt sein und zum Beispiel mal ein paar Worte mit seiner Oma wechseln. Die wird ihm dann von heimischen dicken Bohnen, Ackerbohnen und Saubohnen erzählen. Denn die Fava ist durchaus auch in unseren Breiten ein Gemüse mit Tradition.

Wirklich super an der Fava ist: Sie hat einen einzigartigen, frischen, etwas nussigen Geschmack und lässt sich mit ihrer cremigen Konsistenz zu den tollsten Gerichten verarbeiten ist. Blöd ist allerdings: All das macht sehr viel Arbeit, denn die Fava-Bohne ist eines der am nervigsten zu verarbeitendsten Gemüse überhaupt.

Im letzten Jahr haben wir sie schon einmal mit Zitronennudeln zubereitet, jetzt wenden wir uns einem anderen, klassischen Gericht zu: Den Spaghetti mit Fava, Minze und Pecorino.

Zunächst befreie ich die Bohnen aus den dicken Schoten und koche sie in Wasser einmal kurz auf. Dann lasse ich sie wieder abkühlen und entferne einzeln ihre zähen Häute, sodass nur die zarten, hellgrünen Kerne übrig bleiben. An dieser Arbeit sollte man nicht verzweifeln. Am besten vollzieht man sie zusammen mit einem guten Freund auf der Terrasse und unterhält sich dabei, dann ist die Nervigkeit gleich halbiert.

In einer Pfanne erhitze ich nun Olivenöl, lasse etwas kleingeschnittene Frühlingszwiebel darin andünsten und gebe die Bohnen dazu. Parallel koche ich Spaghetti in Salzwasser. Vom Pastawasser gebe ich etwas zum Gemüse, damit nichts anbrennt und die Bohnen in der Flüssigkeit garen können. Nach wenigen Minuten sind sie zart. Wer möchte, kann nun einen Teil der Bohnen mit dem Mixstab leicht pürieren, damit eine Creme entsteht, die sich später besonders gut um die Nudeln legt.

Dann kommt die frische, gehackte Minze (reichlich!) und eine ordentliche Portion fein geriebener, reifer Pecorino dazu. Mein Lieblingspecorino ist ja der aus Rohmilch gefertigte Roncione, der in einer Hülle aus Stroh reift und ein unglaublich intensives, tiefes Aroma besitzt.

Jetzt wird alles mit den Spaghetti vermengt und mit reichlich Olivenöl serviert.

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