Torta paradiso

Auch beim Backen gilt: Das Einfache ist meist besser als das Komplizierte. Wer braucht Erdnussbutter-Schoko-Himbeer-Karamell-Brownies, wenn er Zitronenkuchen haben kann? Ein guter Zitronenkuchen ist das Paradies. Nicht umsonst gibt es einen italienischen Zitronenkuchen aus der Umgebung von Mailand, der den Namen torta paradiso trägt. Das Rezept für eine torta paradiso ist das beste Zitronenkuchenrezept, das ich kenne.

Ein guter Zitronenkuchen ist das Paradies

Mein Ratschlag: Der beste Zeitpunkt es anzuwenden, ist Sonntagabend. Montagmorgen wacht man auf und hat keinen Grund, sich in den Jammerchor der Montagmorgenhasser einzureihen. Man hat Zitronenkuchen. Und von dem sollte man sich mal eine Scheibe abschneiden. Er ruft: Hier, weich, süß, geschmeidig, Zitrone, keine Sorge, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, auch wenn du heute gar nicht hast!

Kuchen frühstücken ist sowieso eine sehr weise Kulturpraxis. Wer Kuchen frühstückt, nimmt das Leben leicht. Sage ich als jemand, der eigentlich überhaupt nie frühstückt. Für Zitronenkuchen, falls vorhanden, mache ich jederzeit eine Ausnahme (na gut, und für Eggs Florentine).

Kuchen frühstücken ist eine sehr weise Kulturpraxis

Die Gefahr bei einem Zitronenkuchen ist, wie bei jedem Kuchen, dass er zu trocken wird. Passiert garantiert nicht mit diesem Rezept. Es ist perfekt. Und weil es beim Kuchenbacken tatsächlich drauf ankommt, folgen hier ausnahmsweise einmal grammgenaue Zutatenangaben.

300g bei Zimmertemperatur weichgewordene Butter mit 300g Zucker in einer Schale cremig rühren. Eine Vanilleschote halbieren, das Mark herauskratzen und der Butter-Zucker-Mischung hinzufügen. Zitronenabrieb von einer bis eineinhalb unbehandelten Zitronen ebenfalls unterrühren. Jetzt nach und nach vier ganze Eier plus vier Eigelbe (die vier übrigen Eiweiße auffangen und vorerst aufbewahren) hinzufügen, dabei stetig weiterrühren. 150g Mehl dazusieben, dann 150g Kartoffelstärke (sie ist deshalb wichtig, weil sie durch ihre im Vergleich zu Mehl viel feinere Struktur dazu beiträgt, dass der Kuchen schön feucht bleibt und eine feine Textur bekommt) und 16g Backpulver. Weiterrühren bis ein glatter, homogener Teig entstanden ist.

Eine zweite Schale zur Hand nehmen und die vier Eiweiß samt einer Messerspitze Salz hineingeben. Steif schlagen. Vorsichtig dem Kuchenteig unterheben. Der Eischnee soll nicht zusammenfallen. In eine gebutterte Springform von etwa 24 cm Durchmesser geben und im auf 180 Grad Umluft vorgeheizten Ofen 45 bis 60 Minuten backen. Hineinstechen, um zu testen, ob der Kuchen gar ist.

Über Nacht abkühlen lassen, am nächsten Morgen Kaffee kochen und währenddessen Puderzucker über die torta sieben. Kaffee einschenken, das erste Stück Kuchen herunterschneiden, frühstücken.

4 Kommentare

  • Sehr gutes Rezept, ich habe die torta am Samstag gebacken und esse gerade ein Stück! Einzige Bemerkung: Langsam wird er etwas trocken, also sollte man ihn möglichst bald essen, was aber kein Problem darstellen sollte : )
    Viele Grüße
    Anne

  • Das Rezept klingt sehr toll und ich würde es gerne nachbacken. Was mich etwas wundert, ist, dass gar kein Zitronensaft in den Kuchen kommt. Reichen die Zesten aus, dass es richtig zitronig schmeckt oder ist das zitronige bei dem Kuchen eher im Hintergrund?

    • Liebe Judith, wenn du es drauf ankommen lassen willst, füge dem Rezept doch einfach in Eigenregie etwas Zitronensaft hinzu, das schadet ganz sicher nicht. Mir reicht es allerdings so, ohne Saft, nur mit Zesten, ich finde ihn schon ausreichend zitronig. Aber sowas ist ja immer Geschmackssache! Viel Erfolg und herzliche Grüße.

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