Zucchini carpaccio

Die Zucchini hat längst das gleiche Schicksal ereilt wie die sogenannte Holland-Tomate. In jedem noch so räudigen Ecksupermarkt oder Discounter ist sie das ganze Jahr über zu haben und schmeckt in dieser Ausführung sehr intensiv vor allem nach einem: Nichts.

Umso großzügiger sollte man zugreifen, wenn beim Gemüsehändler ausnahmsweise einmal die sehr viel kleineren, zarten, hellgrünen Exemplare angeboten werden. Am besten verzehrt man sie roh. Ich könnte sie noch über der Spüle alle am Stück aufessen. Sie schmecken so knackig und süß und grün wie frische Erbsen. Man wähnt sich glatt im Gemüsebeet fläzend.

Wer sich zusammenreißen kann, macht eine Art Carpaccio daraus. Zucchini mit dem Gemüseschäler in hauchdünne Längsstreifen schneiden. Etwas Knoblauch ebenfalls hauchdünn schneiden, dann zusammen mit den Zucchinistreifen in eine Schale geben. Mit frischem Zitronensaft beträufeln, alles gut durchheben und für zwanzig Minuten in den Kühlschrank stellen. Pinienkerne golbraun rösten, dann die gut durchgezogenen Zucchinistreifen auf einem Teller anrichten, geröstete Pinienkerne und ein paar Späne frischgehobelten Parmesan und etwas fruchtiges Olivenöl darübergeben und, wer mag, noch ein paar Tropfen milden flüssigen Honigs. Salzen nur nach Belieben, der Parmesan ist bereits sehr würzig. Frisch gehackte Minze und Basilikum passen auch gut dazu.

Fehlt nur noch geröstetes Brot und ein Glas kalter Weißwein.

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