Das schönste Wort für Limonade stammt aus Bayern, Österreich und Südtirol und lautet Kracherl oder Kracherle. Leider sind die ursprünglich namenstiftenden Kugelverschlussflaschen aufgrund ihrer aufwendigen Herstellung in Europa heute nicht mehr üblich. Man findet sie manchmal noch in Japan oder Indien, wo die außergewöhnliche Flaschenform als Codd-Bottle noch immer nach ihrem britischen Erfinder Hiram Codd heißt. Die Flasche hat eine Glaskugel im Hals und um die Flasche zu öffnen, drückt man die Kugel nach unten in den Flaschenhals. Es zischt und knallt, dann ist die Limonade trinkbar und die Kugel verbleibt lose im Hals der Flasche. Bei jedem Schluck hört man das charakteristische Geräusch der sich im gläsernen Flaschenhals bewegenden Glaskugel.
Nun gut, die Flasche ist passé, aber das heißt ja nicht, dass man nicht hin und wieder ein gutes Rezept für Orangensirup braucht, das mit Mineralwasser aufgegossen schöne Kracherle ergibt.
So geht’s: Sirup für Kracherle
So geht’s: Vier bis sechs frische und unbehandelte Orangen gut waschen und mit dem Sparschäler schälen. Beim Schälen darauf achten, so wenig wie möglich von der weißen Innenhaut der Orange (das sogenannte Mesokarp) abzuschälen. Je dünner die Schale, desto feiner und weniger bitter wird der Sirup.
Für ein bis zwei große Flaschen einen Liter Wasser mit einem Kilo Zucker kurz aufkochen und abkühlen lassen.
35 Gramm Citronensäure und die Orangenschalen dazugeben und 24-36 Stunden zugedeckt an einem kühlen Ort ziehen lassen. Ab und zu umrühren. Durch das lange Einlegen der Schalen in das abgekühlte Zuckerwasser werden die ätherischen Öle schonend herausgelöst.
Vor dem Abfüllen erneut einmal kurz aufkochen lassen.
Dann in eine mit kochendem Wasser sterilisierte verschließbare Flasche abfüllen.
Den Orangensirup für Kracherle am besten im Kühlschrank lagern
Wir lagern den Sirup trotz Sterilisation sicherheitshalber gern im Kühlschrank lagern und verbrauchen ihn innerhalb von einigen Wochen. Ein klassischer, bei Zimmertemperatur unbegrenzt haltbarer Sirup hat oft ein Verhältnis von 2 Teilen Zucker zu einem Teil Wasser. Unser Rezept nutzt das Verhältnis 1:1, was stabil ist, aber nicht unkaputtbar. Im Kühlschrank wird das Wachstum von Hefen oder Schimmelpilzen, die trotz Kochen hineingelangt sein könnten, erstens massiv verlangsamt, außerdem sind Orangenaromen sind flüchtig und lichtempfindlich. Im kühlen, dunklen Kühlschrank bleibt der Geschmack unserer Erfahrung nach frischer und die Farbe leuchtender. Bei Zimmertemperatur kann der Sirup nach einigen Wochen nachdunkeln oder leicht muffig schmecken.
Die ausgekochten Orangenschalen auskühlen lassen, mit Zucker bestreuen und in einen verschließbaren Behälter geben: sie taugen noch viele Monate lang als Orangeat zum Backen, als Beigabe in den Joghurt, ins Müsli oder über das Eis, oder in Schokolade getunkt zum puren Verzehr.


