Kartoffelsalat nach Pellegrino Artusi

Kartoffelsalat nach Artusi

Noch so ein unfehlbarer Kartoffelsalat! Passt gut in den Winter, darf aber auch mit in den Sommer.

Von Mercedes Lauenstein

Die Lektüre in Pellegrino Artusis großem italienischen Kochbuch lohnt immer. Jedes Mal entdeckt man ein neues einfaches, geniales Rezept, das man fast überlesen hätte und dann froh ist, es doch ausprobiert zu haben. Genau so ein Rezept ist dieser Kartoffelsalat, der perfekt in den Winter passt, weil er sich so gut wie ausschließlich eingemachten Zutaten aus der Speisekammer bedient. Immer, wenn wir ihn machen, ist er sofort aufgegessen, obwohl wir Teile davon noch für den kommenden Tag aufheben wollten. Damit macht der dem hier veröffentlichten berühmten unfehlbaren Kartoffelsalat große Konkurrenz.

 

Ein gelingsicherer Kartoffelsalat fürs Alltagsrepertoire

 

Zuerst die bitte sehr festkochenden, gelbfleischig speckigen Kartoffeln in Salzwasser kochen oder dämpfen. Die Kartoffeln noch warm schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben in eine Salatschüssel geben und etwas ausdampfen lassen.

In einer zweiten kleineren Schale die gewässerten Salzkapern (oder sehr gute in Olivenöl eingelegte), die eingelegten, geschnittene Paprika (am besten enthäutet, wir bevorzugen eingelegte gegrillte Piquillo-Paprika aus Spanien), die knackigen, geschnittenen Cornichons, geschnittene eingelegte Zwiebelchen, eingelegte Sardellenfilets und eine fein gehackte Stange Staudensellerie versammeln. Großzügig Olivenöl Extra Vergine hinzufügen. Einen sehr, sehr kleinen (!) Schuss Rotweinessig ergänzen. Alles sehr gut und energisch verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Gern etwas überwürzen, immerhin lieben die später mit dieser Mischung gewürzten Kartoffeln Salz.

 

Danke, Pellegrino Artusi

 

Nun alles über die Kartoffelscheiben gießen und die Kartoffeln vorsichtig mit der Soße vermischen. Wer mag, kann auch hartgekochte Eier fein würfeln und ebenfalls unterrühren. Wir mögen den Kartoffelsalat aber auch ohne Eier sehr gern. Denkbar wäre auch die Ergänzung von Thunfisch oder Dosensardinen.

PS: Sehr lohnenswert ist übrigens auch eine Reise in Artusis Geburtsort Forlimpopoli in der Emilia-Romagna. Das dort betriebene Museum, die Casa Artusi, ist in einem wunderschön restaurierten ehemaligen Klosterkomplex untergebracht. Wobei Museum fast irreführend ist: Es gibt dort eine riesige Bibliothek mit seinen Originalwerken, eine Kochschule für Hausmannskost und natürlich ein Restaurant, in dem nach seinen berühmten Rezepten gekocht wird.

Zutaten
Kartoffeln, Salzkapern, süßsauer eingelegtes Gemüse (z.B Paprika, Cornichons, Zwiebelchen), eingelegte Sardellenfilets, Staudensellerie, Olivenöl Extra Vergine, Rotweinessig – optional auch: Eier, Thunfisch, Dosensardinen