Immer wenn man denkt, man kennt schon alles, was man mit Kartoffeln machen kann, entdeckt man doch wieder etwas Neues. Cazzilli palermitani zum Beispiel. Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche italienische Kartoffelkrokette aussieht, ist auf den zweiten Blick sogar noch gewöhnlicher: in diesem beliebten palermitanischen Streetfood ist nicht einmal Käse enthalten. Weder Parmigiano Reggiano, noch Pecorino, auch keine Scamorza oder Mozzarella.
Wir haben es hier wirklich mit nichts weiter als gestampften gesalzenen und gepfefferten Kartoffeln zu tun, gewürzt mit frischer Petersilie und frischer Minze, frittiert in Olivenöl.
Lohnt sich das Frittieren für eine solche Banalität? Aber wie! Man kann einen Hauch Knoblauch ergänzen oder gar Peperoncino. Trotzdem lohnt es sich ausdrücklich, Cazzilli erst einmal in dieser ursprünglichen Variante zu probieren. In Palermo bekommt man sie mitunter auch in einem Panino serviert. Und ganz ähnlich wie eine im Panino gereichte Farinata (noch so eine Banalität: gebackenes Kichererbsenmehl) schmeckt das unerwartet köstlich. Insbesondere wenn man nach 20.000 Schritten durch Palermo so richtig müde und hungrig ist. Dazu ein eiskaltes Bier oder eine Limonade und die Welt ist in Ordnung.
Und so gehen die Cazzilli Palermitani
Obwohl immer behauptet wird, für die meisten püreeartigen Zubereitungen von Kartoffeln brauche man mehlige, funktioniert es genauso gut mit festkochenden. Je nach persönlichem Geschmack sogar besser, denn speckige Kartoffeln haben unserer Meinung nach einfach in egal welcher Verarbeitung die schönere Textur.
Kartoffeln mit Schale kochen. Währenddessen die frische Petersilie und die frische Minze hacken.
Die Kartoffeln abgießen, kurz abkühlen lassen, pellen, die Kartoffeln durch eine Passatutto drehen und in einer Schale auffangen. Man kann übrigens auch vom Vortag übrig gebliebene Pellkartoffeln verwenden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken (Kartoffeln lieben Salz, hier bloß nicht geizen, sonst wird’s fad) und die frisch gehackten Kräuter unterrühren.
Die Hände einölen und die Mischung zu daumengroßen Kroketten formen, beziehungsweise natürlich: Cazzilli.
In Olivenöl Extra Vergine frittieren? Ja, bitte!
Ausreichend Olivenöl Extra Vergine in einem Topf erhitzen, dass die Cazzilli darin gut frittieren können, gut die Zentimeter hoch sollte das Öl also schon stehen. Splendido-Leser wissen: Selbstverständlich darf man in gutem Olivenöl Extra Vergine frittieren, man soll sogar. Olivenöl Extra Vergine kann sehr hoch erhitzt werden, der Rauchpunkt liegt bei 220 Grad. Die ideale Temperatur zum Frittieren liegt irgendwo zwischen 150 und maximal 180 Grad, insofern eignet es sich also ideal.
Eine der Nocken testweise hineingeben um zu prüfen, wie gut sie während des Frittieren zusammenhalten. Darauf achten, dass das Öl während des Frittieren in etwa die Temperatur hält, es darf nicht zu rauchen beginnen. Mit einem Küchenthermometer kann man zwischendurch messen und gegebenenfalls die Temperatur anpassen.
Sollte einem der Teig zu wenig kompakt erscheinen, kann man noch ein wenig Kartoffelstärke oder einfach etwas Weizenmehl hinein kneten. Sobald die Cazzilli appetitlich goldbraun und rundherum knusprig erscheinen, herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Dann sofort servieren.

