Rote Beete aus dem Ofen

In der Schale gegart

Essen, mit dem man jeden rumkriegt und das im Schlaf gelingt: Ewig im Ofen gegarte Zwiebeln und Rote Bete.

Von Mercedes Lauenstein

Es gibt nichts Sofort-Tröstlicheres, als den Geruch von frisch gekochtem Kaffee oder gerade frisch in der Pfanne angebratenen Zwiebeln. Mit dem Geruch kriegt man jeden. Ich möchte nun hinzufügen: UND mit dem von Roter Bete und Zwiebeln, die stundenlang im Ofen garen.

Es gibt ja viele einfache Gerichte, die in ihrer Einfachheit brilliant sind, aber dieses ist wirklich außerordentlich einfach und außerordentlich brilliant. Ich weiß nicht, wieso ich so lange nicht von selbst darauf gekommen bin.

Zum ersten Mal gegessen habe ich die sehr lange und sehr pur im Ofen gegarten Zwiebeln und Rote Beten auf dem Markt in Modena.

Man nehme eine oder so viele Rote Beten, wie man mag und genauso viele oder wenige Zwiebeln (ich habe süße Tropea-Zwiebeln genommen, es eignen sich aber auch große, pralle, gelbe Zwiebeln) und mache rein gar nichts mit ihnen, außer sie samt Haut und Schale auf Backpapier zu legen. Dann in den Ofen damit, bei etwa 180 Grad für eine gute Stunde. Wer es noch süßer und dichter will, gart bei etwa 120 Grad zwei Stunden lang.

Das Gemüse schmilzt in sich selbst hinein und verdichtet sein Aroma immer stärker, stärker, stärker, und ein wenig karamellisiert es auch. Man fragt sich später, ob man Zucker dran getan hat ans Gemüse. Aber hat man nicht.



Und dann kann man sie aus ihrer Schale löffeln wie Butter. Braucht nur Salz und vielleicht noch mal ein paar Tropfen feinstes Olivenöl. Und eigentlich kann man die Schale sogar mitessen. Zumindest die der roten Beete. Die schmeckt herrlich süß geröstet.

Man kann die Bete und die Zwiebeln auch für einige Stunden in die Glut legen, wenn man eine hat. Die Zwiebel bleibt dabei saftig in ihrer Schale. Bei der Roten Bete verdunstet der Saft und sie schrumpft kräftig ein. Die Schale wird ganz hart und schwarz (dann kann man sie nicht mehr mitessen), das Fleisch wird sehr wenig, aber dafür tiefrot und noch sehr viel buttriger in der Konsistenz. Und ihr Geschmack wird so süß und dicht, dass er fast irgendetwas von altem Balsamico und Lakritz hat.

Am besten probiert man ein paar Mal aus, welche Variante einem am besten schmeckt. Und die geht dann immer. Pur, morgens, abends, als Beilage, zwischendurch, und vor allem natürlich zu Käse (Gorgonzola dolce! Parmigiano Reggiano!).