Rote Beete

Barbabietola rossa e gorgonzola dolce

Eignet sich als Vorspeise, Hauptmahl, Nachspeise, am allerbesten aber in Begleitung eines kräftigen Weißweins zum bescheidenen Nachmittags-Aperitivo: Marinierte Rote Bete mit Gorgonzola dolce und zerstoßenen Pistazien.

Von Mercedes Lauenstein

Hier sehen wir eine meiner derzeitigen Lieblingskombinationen: Marinierte Rote Bete sehr dünn aufgeschnitten und mit zerlaufendem Gorgonzola dolce vereint. Darüber ein paar zerstoßene, gesalzene Pistazien – so einfach, so perfekt.

Ein paar Worte zur Roten Bete: Wer die Rote Bete roh und samt Schale in die sommerliche Glut wirft, weil er grad eine Glut da hat, sehr gute Idee! Was dabei rauskommt, lässt sich mit gekochter roter Bete nur schlecht vergleichen, lang in der Glut oder im Ofen gebackene Bete schmeckt rauchiger, süßer, dichter– mehr dazu steht hier. Ich habe in diesem Fall vorgekochte Rote Bete Knollen gekauft, die Schalenreste entfernt und sie in sehr dünne Scheiben geschnitten. Für solcherlei Dünnaufschneide-Aktivitäten nehme ich am liebsten den Kartoffelschäler, auch wenn es sehr viel stilvoller wäre, mein Gemüse zuverlässig so dünn mit meinem Messer aufschneiden.

 

Die Vinaigrette noch ein bisschen mit den Händen in die Rote Beete einzumassieren macht sich gut, damit sie bestmöglich mit ihrer Würze fusioniert

 

Dann mache ich eine kleine Agrodolce-Variante, indem ich frisches Olivenöl, Weißweinessig, Akazienhonig, Salz und Pfeffer zu einer Vinaigrette mische und sie dann über die Scheiben gieße. Die jetzt am besten in einem tiefen Teller oder einer kleinen Schüssel liegen. Anstatt des Weißweinessigs und des Akazienhonigs kann man übrigens auch einen gut gereiften, bereits sehr süßen und im Laufe der Jahre eingedickten Balsamico nehmen. Die Vinaigrette noch ein bisschen mit den Händen in die Rote Beete einzumassieren macht sich gut, damit sie bestmöglich mit ihrer Würze fusioniert.

Auf dem Teller anrichten, großzügig den Gorgonzola dolce draufgeben (den ich für diesen Fall viel passender weil geschmeidiger und gefälliger und harmonischer finde als Gorgonzola piccante. Und den man übrigens unbedingt rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen sollte, damit er Zimmertemperatur annimmt und beginnt zu zerlaufen), die zerstoßenen Pistazien dazu und, weil es so schön ist, natürlich noch ein Glas kühlen, kräftigen Weißwein.

PS: Dieses Gericht ist vor einigen Tagen in Italien entstanden, um genauer zu sein im Piemont. Und ich möchte mich hiermit offiziell darüber beschweren, dass man selbst in den besten italienischen Supermärkten fast ausschließlich Pistazien aus Kalifornien oder dem Iran findet, während man doch die allerbesten im eigenen Land, zum Beispiel in Bronte, heranzieht. Sowas werde ich nie verstehen. Immerhin habe ich in Alba bei Eataly dann endlich welche gefunden.