Corolli

Corolli della sposa

Kekse, die aussehen wie eine Mischung aus Jahrmarkt und Weinbergspfirsichen. Und ähnlich gute Laune machen.

Von Mercedes Lauenstein

Es gibt viele gute Gründe, immer selbst gebackene Kekse im Haus zu haben. Sie sind ein gutes schnelles Frühstück, helfen über jedes Nachmittagstief hinweg und im Gegensatz zu gekauften Keksen weiß man, was drin ist. Zu den köstlichsten Keksrezepten (der an köstlichen Keksrezepten nicht armen) Toskana zählen die rosafarbenen Corolli della sposa. Das heißt wörtlich soviel wie Krone der Braut, und mit ihrem rosafarbenen Glitter sehen die Kekse wirklich sehr festlich aus. So schmecken sie auch. Innen soft, außen knusprig.

 

Es gibt viele gute Gründe, immer selbstgebackene Kekse im Haus zu haben

 

Die Farbe haben die Corolli dem berühmten italienischen Alchermes zu verdanken. Was schon klingt wie eine Märchengestalt, ist nicht minder fabelhaft im Geschmack. Wir haben hier bereits ausführlich über den unersetzlichen und aromatisch kaum mit etwas anderem zu vergleichenden rubinroten Likör aus Florenz geschrieben. Er schmeckt wie ein Sturz in ein süßes Fass kostbarster Weihnachtsgewürze und rotem Wermut. Wie jedes Produkt gibt es auch ihn in allen nur erdenklichen Qualitätsstufen. Wie immer lohnt es sich zur besten zu greifen. 

Ein weiteres Argument für Corolli della sposa ist, dass sie sehr einfach zu backen sind. In einer großen Schale bloß das fein gesiebte Mehl, den Zucker, Zitronenabrieb und Backpulver vermischen. Die Eier luftig aufschlagen und währenddessen die Butter in einem kleinen Topf zerlassen. Nun alle Zutaten vereinen und kräftig durchkneten.

Der Teig sollte recht trocken sein, aber nicht allzu krümelig geraten. Ist er es doch, je nach Geschmack mit etwas mehr Butter oder wahlweise einem Schluck Wasser oder Alchermes nachjustieren.

 

Ihre Farbe haben die Corolli della sposa dem italienischen Likör Alchermes zu verdanken

 

Den Backofen auf 180 Grad bringen. Den Keksteig nun portionsweise zu kleinen Rollen formen. Etwa ein kleines Händchen bzw. ein gehäufter Esslöffel reicht pro geplantem Keks. Die Rolle sollte etwa zehn bis 15 Zentimeter lang sein. Nun die beiden Enden zu einem Kringel übereinanderschlagen und auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech legen. Zwischen den Keksen etwas Abstand lassen. Sie gehen im Ofen noch ein wenig auf.

20 Minuten backen, bis sie hellgelb geworden sind und durchgebacken, aber innen noch angenehm soft erscheinen. Abkühlen lassen. Dann zwei kleine Schalen zurechtstellen. In eine den weißen Zucker geben, in die andere den Alchermes. Nun jeden Kranz einzeln mit der Oberseite zuerst in den Alchermes tauchen und danach in den Zucker und schließlich zum Trocknen zurück aufs Blech legen. Saugt sich der Zucker vollständig mit Alchermes voll bzw. löst sich darin vollständig auf, kann man nachträglich noch etwas frischen Zucker über die Kekse streuen. Eine gute Stunde ruhen und trocknen lassen. Danach entweder gleich verzehren oder einige Tage bis Wochen lang in einer Keksdose aufheben.

Zutaten

Für die Kekse: 400 g Weizenmehl, 200 g Zucker, Schale von 1 Zitrone, 1 TL Backpulver, 3 Eier, geschlagen, 60 g Butter.
Für den Guss: 125 ml Alchermes, 200 g Zucker