Crostata di mandorle

Crostata di mandorle

Die Torta della nonna hat viele liebenswerte Cousinen und Cousins. Zum Beispiel diese Crostata mit Mandelfüllung.

Von Juri Gottschall

Von allen Kategorien auf dieser Seite ist die Kategorie Dolci die am spärlichsten besiedelte. Woran das liegt, haben wir schon im Rezept für die klassische Torta della nonna gemutmaßt: Wahrscheinlich an den genauen Mengenangaben und Gradzahlen, die beim Backen fast unerlässlich sind. Dabei hat niemand in der Splendido-Küche etwas gegen Süßspeisen. Ganz im Gegenteil: Wir sind große Anhänger der italienischen Pasticceria-Kultur und nicht umsonst empfehlen wir in unserem Einkaufsguide Splendido Strada immer wieder die schönsten Cafés und Pasticcerias.

Die Schlichtheit der italienischen Küche macht auch vor Süßspeisen nicht halt

Aber auch zuhause wird hin und wieder gebacken. Sogar immer öfter. Meistens mit Mürbeteig, weil das erstens sehr unkompliziert ist und außerdem viele italienische Gebäckklassiker auf jener Mischung aus Ei, Butter, Zucker und Mehl basieren. Die Schlichtheit der italienischen Küche macht eben auch vor den Süßspeisen nicht halt.

Ein großer Klassiker ist die Crostata. Der Mürbteigkuchen wird meistens mit Marmelade gefüllt und kaum ein Frühstücksbuffet oder eine Bar-Auslage in Italien kommt ohne ihn aus. Natürlich gibt es ihn auch in unzähligen Varianten: Mit Pistazien oder Nutella zum Beispiel. Oder – wie hier – mit Mandeln.

Die Mandel ist sowieso eine der italienischsten Geschmacksrichtungen überhaupt. Egal ob im Duschgel, in der Schuhcreme, in der Rasierseife oder sogar im Klebstoff: In keinem anderen Land riechen so viele Alltagsprodukte nach Marzipan.

Egal ob das Duschgel, die Schuhcreme, die Rasierseife oder sogar der Klebstoff: In keinem anderen Land riechen so viele Alltagsprodukte nach Mandeln und Marzipan

Für die Crostata (egal ob mit Mandeln oder Marmelade) bereite ich zunächst einen Mürbeteig, die italienische pasta frolla oder einfach nur frolla zu. Ich benutze dafür 200 Gramm Weizenmehl (Typ 00 oder 405), 100 Gramm Zucker, ein Ei und ein Eigelb und 100 Gramm kalte Butter. Die Butter sollte direkt aus dem Kühlschrank kommen und sofort verarbeitet werden. Dafür schneidet man sie entweder in kleine Würfel oder – was sich bei mir gut bewährt hat – reibt sie auf einer groben Käsereibe in Späne. Eine Prise Salz und Backpulver sollten ebenfalls noch in den Teig, genauso wie ein Schuss Likör. Ich habe Anislikör benutzt, gut ist auch ein anderer Kräuterschnaps wie etwa Antica formula oder Alchermes, der italienische Backlikör schlechthin. Der Teig kommt nun gut durchgeknetet und in Folie gewickelt in den Kühlschrank.

Für die Füllung vermische ich 200 Gramm geriebene Mandeln (man kann geschälte oder ungeschälte benutzen) mit 70 Gramm Butter, 180 Gramm Zucker und zwei ganzen Eiern, bis eine klebrige Masse entsteht.

Nun rolle ich den Teig aus dem Kühlschrank möglichst dünn aus. Es ist ratsam, dies auf einer Fläche aus Plastikfolie zu tun, weil man den dünnen Teig so besser in die Kuchenform legen kann. Eine ca. 24 bis 26 Zentimeter große, flache Form lege ich sodann mit dem Teig aus und ziehe ihn an den Rändern ein paar Zentimeter hoch. Jetzt verteile ich die Mandelmischung darauf und decke alles mit einer zweiten Teigschicht zu.
Dieses Vorgehen ist dasselbe wie bei der Torta della nonna, nur dass dort eben Creme statt Mandeln benutzt wird.

Der Deckel wird mit einer Gabel ein paar Mal eingestochen, mit Mandelscheiben belegt und dann bei 180 Grad ca. eine halbe lang Stunde gebacken bis die Mandeln leicht gebräunt sind.

Nach dem Abkühlen siebe ich noch Puderzucker darüber und serviere den Kuchen in kleinen Stücken.

J.