Mühle

Die Mühle

Gewürze sollten in der Küche immer frisch gemahlen werden. Eine Mühle hilft dabei – und macht nebenbei viel Spaß.

Von Juri Gottschall

In der Splendido-Küche wird nicht nur mit den besten Zutaten gekocht, sondern auch mit einem sehr ausgewählten Repertoire an Küchengeräten, das sich über die Jahre in unserer Küche bewährt hat. Weil uns immer wieder Menschen nach diesem Repertoire fragen, teilen wir es nun in dieser Serie mit unseren Lesern. 

Genauso wie bei den Lebensmitteln, die wir in der Küche verwenden, gilt auch für unsere Küchengeräte: Alle Empfehlungen sprechen wir aus tiefster Überzeugung und echtem Interesse aus. Wir werden nicht von den Herstellern bezahlt und haben alle hier gezeigten Gegenstände von unserem eigenen Geld gekauft.

 

Neulich war ich zu einem Essen eingeladen, bei dem einige hochdekorierte Köche ihre Lieblingsgerichte kochten. Man konnte sich von Koch zu Koch bewegen, ihnen bei der Arbeit zusehen und immer wieder – je nach Hunger und Geschmack – einen Teller mit irgendeiner feinen Kreation in Empfang nehmen. Einer der Köche hatte es mir besonders angetan, denn immer, wenn ich nach einem seiner Teller griff, rief er „Moment noch!“ und holte aus einer kleinen Dose eine Art magisches Pulver, das er über das fertige Gericht streute bevor er mich damit von dannen ziehen lies.

Was jetzt klingt wie das Flugpulver vom kleinen Vampir, waren natürlich einfach nur Gewürze. Und die kleine Dose nichts anderes als eine Mühle. Wobei Mühle in diesem Fall vielleicht gar nicht das richtige Wort ist. Vielmehr handelt es sich bei diesem kleinen, unverzichtbaren Küchenhelfer um eine Mischung aus Mühle, Reibe und Mörser.

Die Mühle (bleiben wir der Einfachheit halber dabei) gibt es in verschiedenen Ausführungen und sie sollte in keiner Küche fehlen. Es gibt sie aus Gusseisen in verschiedensten Größen, mit und ohne ein Aufbewahrungsfach. Ich habe in meiner Küche ein Exemplar aus Porzellan. Die Mühle kommt in der Küche immer dann zum Einsatz, wenn in Rezepten von „zerstoßen“, „zermahlen“ oder „verreiben“ die Rede ist. Oder wenn man einfach für seine Pasta cacio e pepe die perfekte Pfeffer-Konsistenz herstellen möchte.

 

Eins der schönsten Rituale in der Küche

 

Dass viele Gewürze nur frisch zermahlen ernstzunehmende Gewürze sind, muss an dieser Stelle wahrscheinlich nicht extra erwähnt werden. Natürlich mahlt man Gewürze frisch kurz vor der Verwendung. Man kauft ja auch keinen fertig gemahlenen Pfeffer, Kaffee oder Parmesan.

Es gehört zu den schönsten Ritualen in der Küche, sich beim Kochen mit der Mühle eine Gewürzmischung herzustellen. Hier ein paar Pfefferkörner, da ein paar Fenchelsamen, getrockneten Peperoncino, vielleicht noch eine minimale Prise Szechuanpfeffer… eine Nelke, etwas Salz… Deckel drauf, ein paar Mal gedreht und schon erfüllt der Duft eines ganzen Gartens die Küche. Nochmal gedreht und es entsteht ein feines Pulver. Vielleicht noch eine Knoblauchzehe dazu und ein bisschen Öl und schon hat man die schönsten und frischesten Würzpasten in wenigen Sekunden hergestellt.

Man fühlt sich bei dieser Arbeit wie ein Apotheker oder Zauberlehrling und wenn man mal zu viel von irgendwas gemahlen hat, kann man es in der kleinen Mühle problemlos aufbewahren bis es irgendwann verbraucht ist.

Ich kann jedem nur empfehlen eine solche Mühle in der Schublade zu haben. Sie kostet nicht viel, erweitert die Geschmacksnerven und nimmt einem viel Arbeit ab. Nebenbei sieht sie gut aus und macht Spaß.

 

In diesem Text sind Amazon-Links verknüpft. Beim Kauf eines Produkts über diese Links, bekommen wir eine kleine Provision, die uns hilft, den Betrieb dieser Seite aufrechtzuerhalten. Für den Käufer entstehen dadurch keinerlei Kosten.