Tropea Zwiebel

Frisches aus Tropea

Jetzt gibt es wieder frische, junge Tropea-Zwiebeln und sie sind noch aromatischer als ihre großen Geschwister. Zusammen mit frischen Nudeln bilden sie das einfachste Pasta-Gericht der Welt.

Von Juri Gottschall

Jetzt im Frühling gibt es sie auch in Deutschland wieder: Tropea-Zwiebeln sind die mildesten, zartschmeckendsten Zwiebeln Italiens. Vergleichbar höchstens noch mit der ebenso milden, roten Roscoff-Zwiebel aus Frankreich oder ihrer südländischen Artverwandten, der Cipolla di Breme aus Norditalien. In Tropea oder eigentlich sogar in ganz Kalabrien, werden die Tropea-Zwiebeln so sehr verehrt, dass sie zur Zubereitung von so ziemlich allem herhalten müssen, was fantasievolle Köche sich mit ihnen vorstellen können. Sogar Zwiebel-Eiscreme hat schon ihren Weg in die lokale Spezialitätenliste gefunden.

Wie bei fast jedem guten Produkt muss man die jungen Tropea-Zwiebeln eigentlich nur mit gutem Öl und Nudeln vermischen, damit ein Gericht draus wird. Naja, zumindest fast.

Folgende Zutaten werden benötigt: Tropea-Zwiebeln, Olivenöl, Salz und Pfeffer, Peperoncino, Semmelbrösel. Letztere am besten schnell selbst geraspelt aus altem Brot. Außerdem frische Petersilie.


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Wer jetzt noch Eier, Mehl (00 oder 405) und Hartweizengrieß da hat, wagt mal etwas und macht sich frische Tagliatelle. Wertet das Gericht entschieden auf, dauert wirklich nicht lang und erfordert auch keine komplizierten Mengenangaben. Bloß ein wenig Vertrauen und Herantasten: Zwei Teile Mehl und ein Teil Grieß auftürmen, Mulde reindrücken. Ein ganzes Ei reinschlagen und zwei Eigelb, eventuell auch noch mehr – sehen wir, während wir kneten. Geduldig kneten, bis ein homogener Teig entstanden ist, der nicht mehr an den Fingern klebt. Richtwert: die Konsistenz von Marzipanrohmasse. Ist er zu trocken, mehr Eigelb dazugeben. Ist er zu feucht, mehr Mehl. Wasser und Salz gehören nicht in diesen Nudelteig. Das nötige Salz nehmen sich die Nudeln später im gesalzenen Kochwasser, und die Feuchtigkeit des Teigs sollte aus dem Ei kommen.

 

Großzügig Tropea-Zwiebeln dünsten

 

Nudelteig in Klarsichtfolie wickeln und zehn Minuten zum Ruhen in den Kühlschrank geben. Das macht den Teig noch geschmeidiger. Ungeduldige lassen das und rollen ihn sofort aus. Etwa so dünn, dass man die Arbeitsfläche durchschimmern sieht. Gut bemehlen, zu einer Rolle aufrollen und jetzt mit dem Messer etwa zeigefingerdicke Streifen abschneiden. Und da sind sie schon, die Tagliatelle. Zu kleinen Nestern geformt auf einen bemehlten Teller legen. 

Großzügig Tropea-Zwiebeln in der Pfanne in Olivenöl dünsten, bis sie schmelzen und beinahe karamellisieren. Tatsächlich gilt hier: Je mehr, desto besser. Peperoncino dazugeben und die klein gehackte Petersilie. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Semmelbrösel in Olivenöl in einer zweiten Pfanne goldbraun rösten, Tagliatelle in gut gesalzenem Wasser kochen, abgießen und zu den Zwiebeln in die Pfanne geben. Durchmischen, erneut gut abschmecken und nochmals eine gute Menge Olivenöl drüber. Goldbraune Semmelbrösel dazu, wieder durchmischen, auftischen.