Gerösteter Blumenkohl

gerösteter Blumenkohl

Blumenkohl tut mir ja immer ein bisschen leid. Er sieht aus wie eine deutsche Seniorenfrisur. Und in all meinen Kindheitserinnerungen schmeckt er auch wie eine. Seit einigen Jahren aber entdecke ich ihn völlig neu. Gut für mich, gut für ihn, gut hoffentlich auch für alle Splendido-Leser.

Bissfest gegart als Salat mit Dill, Kapern und Parmesan oder zu einem reifen Blauschimmelkäse habe ich ihn hier schon einmal gelobt. Ein anderes Mal in der Manier toskanischer Bauern, nämlich mit Brot, Knoblauch und Unmengen frischen Olivenöls zu einer Art Winter-Eintopf vermischt.

Ebenfalls sagenhaft ist Blumenkohl im Ofen geröstet. Vor allem geht die Zubereitung so schnell und unkompliziert, dass man dabei getrost von Fast Food sprechen kann.

In Italien liegen meist gleich mehrere Blumenkohlvarianten im Supermarkt nebeneinander, angeordnet wie die Tricolore: links der zartgrüne, in der Mitte der altbekannte weiße Seniorenfrisur-Blumenkohl und rechts daneben ein zartorangefarbener. In Sizilien gibt es manchmal sogar violette. Schmecken tun sie meiner Meinung nach alle ziemlich ähnlich. Mir war nach grün, also ist dieser Blumenkohl grün, auch wenn auf den ersten Blick natürlich Verwechslungsgefahr mit einem Brokkoli besteht.

Blumenkohl waschen und seine Blätter abzupfen. Blätter übrigens auf keinen Fall wegwerfen, sondern lieber aufheben um sie entweder roh und feingehackt einem Salat unterzumischen, oder sie zu dünsten oder braten und mit Parmesan in eine Frittata zu backen. Ihr süßes, kohliges Aroma ist eigen und toll, viel zu schade, um sie wegzuwerfen.

Aus Olivenöl, Rotweinessig, süßlichem weißen Balsamico, gehacktem Knoblauch, gehackten Salzkapern, Zitronenabrieb, etwas Zitronensaft, Chili und gehackten Taggiasca-Oliven eine Marinade zusammenrühren und gut abschmecken. Sie darf unbedingt überwürzt sein, immerhin ist sie für die Aromatisierung eines ganzen Blumenkohl zuständig.

Glattblättrige Petersilie hacken und Parmesan reiben und beiseite stellen. Beides kommt erst dazu, wenn der Blumenkohl aus dem Ofen kommt.

Jetzt kommt der schönste Part: Den Blumenkohlkopf ausgiebig mit der Marinade einmassieren. Rundherum. Die Kapern, Knoblauch und Olivenstücke darin kann man gut von unten im Blumenkohl verstecken, zwischen seinem Geäst sozusagen, darin sind sie im Ofen vor dem allzu schnellen Verbrennen geschützt und geben ihr Aroma außerdem von innen an den Blumenkohl ab.

gerösteter Blumenkohl mariniert

Auf ein sauberes Backblech legen, nochmals mit Olivenöl begießen und in den auf 180 Grad vorgeheizten Ofen geben. Etwa eine halbe Stunde garen, bis der Blumenkohl rundherum goldbraun geröstet ist. Zwischendurch mit einer Gabel reinstechen und die Konsistenz checken, am besten ist er noch leicht bissfest, wenn er serviert wird. Nach Bedarf zwischendurch noch einmal mit Olivenöl benetzen. Falls er innen noch nicht gar genug ist, außen aber schon zu dunkel, einfach mit einer Alufolie abdecken und weitergaren lassen.

Rausnehmen, aufbrechen, mehr Olivenöl drübergeben, die frische Petersilie und den Parmesan.

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