Panino mit Paprika und Burrata

Panino mit gegrilltem Paprika und Burrata

Die Hochzeit des Jahres: Rauchige Paprikafilets und Burrata zwischen zwei gerösteten Brotdeckeln

Von Mercedes Lauenstein

Der Mensch ist sehr berechenbar. Man muss ihm nur mit steinzeitlichen Praktiken kommen, schon ist er glücklich. Mich kriegt man zuverlässig mit Feuer. Eine Küche ohne die Flammen des Gasherds kann ich mir dauerhaft nicht vorstellen. Regelmäßig steche ich rohes Gemüse rundherum mit dem Messer ein und werfe es im Ganzen direkt auf die Flamme, um es dort verschmoren zu lassen. Das Gemüse knackt und zischt dann wohlig im Feuer und in wenigen Momenten fühle ich mich so zuhause wie in diesen.

 

Wenig ist so befriedigend, wie Gemüse auf offener Flamme verschmoren zu lassen

 




Die Schale des Gemüses wird dabei nach und nach pechschwarz bis silbrig und beginnt sich schließlich wie Seidenpapier abzublättern, bevor sie endgültig zu Asche wird. Genau dann ist das dahinter verborgene Fruchtfleisch gerade richtig durchgegart, schmeckt süß und pur und saftig und rauchig. Die verbrannte Schale lässt sich nach dem Abkühlen leicht mit einem Löffel abschaben. Die Aubergine eignet sich für dieses Prozedere sehr gut, aber auch der Paprika. Im Grunde jedes Gemüse. Noch mehr Spaß macht das ganze Prozedere nur, wenn man es nicht in den Flammen des Gasherds veranstaltet, sondern in der Glut eines Lagerfeuers.

 

Das Schöne am verbrannten Paprika ist, dass man ihre Schale dabei zwangsläufig los wird

 

Das Schöne am verbrannten Paprika ist, dass man ihre Schale dabei zwangsläufig los wird. Der Hauptgrund nämlich, aus dem ich Paprika normalerweise verschmähe, ist genau diese Schale. Zäh, fast trocken, ein einziges Ärgernis. Höchstens in der stundenlang geschmorten Peperonata zu ertragen, sonst zu nichts zu gebrauchen.

Zartrauchigen Paprika marinieren und zur Burrata servieren

 

So, und was macht man nun mit den zartrauchigen Paprikafilets? Einige Stunden oder über Nacht marinieren. In eine Vinaigrette aus Olivenöl, süßem Essig oder einer Mischung aus Rotweinessig und Honig und etwas Salz. Wer mehr Schärfe will, fügt noch frischen Knoblauch und Peperoncino hinzu, braucht es aber gar nicht.

 




Gegrillte PaprikaDie enthäuteten geschmorten Paprikafilets in ihrer Marinade

 

Und dann pur essen. Oder aufs Brot. Als Beilage. Zu Kartoffeln. Zum Fleisch. Zur Pasta. Oder idealerweise in einem Sandwich. Mit frischer Burrata. Denn wirklich wenig ergänzt eine frische Burrata so gut, wie die rauchig-süßherbe Paprika.