Pasta al limone

Butter ist ohne Zweifel eines der befriedigendsten Lebensmittel überhaupt. Gute Rohmilchbutter löffle ich pur. Ich verstehe Menschen, denen ein einfaches Butterbrot oder Nudeln mit nichts als Butter oder Kartoffeln mit Salz und Butter als komplette Mahlzeit ausreichen. Schon die Vokabel “ausreichen” ist eine Beleidigung des Festmahls, das die Butter an sich darstellt.

Und doch möchte ich anmerken, dass man zum Beispiel aus der Variante Nudeln mit Butter durch die absolut mühelose und beinahe lächerlich einfache Beigabe von Zitrone und Parmesan ein weiteres Festmahl erschaffen kann, das sofort und für immer Eingang in die persönliche Auswahl minimalistisch-genialischer Rezepte finden wird – versprochen.

Ich koche frische Tagliatelle (einfache Spaghetti aus der Packung tun es aber auch) in Salzwasser. Dann presse ich den Saft zweier Zitronen aus, hacke die Schale von einer Zitrone sehr fein und gebe diese Schale mit Butter in eine Pfanne, wo die Butter zergehen und alles miteinander ein wenig dünsten, aber bloß nicht brutzeln darf – braune Butter ist fantastisch, in diesem Gericht aber fehl am Platz.

Mit gut Dreiviertel des ausgepressten Zitronensafts und einer Kelle des Nudelwassers ablöschen. Flamme etwas hochdrehen und den Pfanneninhalt unter Rühren zu einer geschmeidigen, leicht angedickten Emulsion werden lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und bloß nicht vor der intensiven Zitronenhaftigkeit zurückschrecken – das balancieren die Nudeln aus.

Die Nudeln abgießen sobald sie gerade einen zarten Hauch zu al dente für al dente sind und ein großes Glas Kochwasser zurückhalten. Nudeln in die Pfanne geben und jetzt auf niedrigster Flamme großzügig und mit Schwung den sehr fein geriebenen Parmesan unterheben. Schluckweise auch das restliche Nudelwasser (das die für die cremige Konsistenz so wichtige Stärke enthält) dazugeben.

Wenn eine geschmeidige Emulsion die Nudeln umhüllt, mit dem restlichen Zitronensaft final abschmecken. Auf dem Teller anrichten, Parmesan und Olivenöl-Flasche mit an den Tisch nehmen und der Vorfreude endlich nachgeben.

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