Pasta siciliana

Pasta con melanzane a funghetto

Drei von mindestens zehn Gründen, dieses Gericht sofort zu kochen: 1. Es beinhaltet Auberginen. 2. Es beinhaltet Nudeln und Käse. 3. Man schafft es während der Zubereitung sogar, auch noch das eigene Bett neu zu beziehen.

Von Mercedes Lauenstein

Vor einiger Zeit hatte ich verkündet, dass die Aubergine und ich beste Freunde sind und ich hier deshalb nach und nach die ganze Bandbreite meiner Auberginenzubereitungskompetenz unter Beweis stellen werde. Deshalb gibt es jetzt Pasta con melanzane a funghetto. Eigentlich ist das nichts anderes als Pasta alla norma. Ich weiß nicht, warum es auf Speisekarten mal so, mal so heißt. Melanzane a funghetto jedenfalls ist der Begriff für das pure Auberginenragout in Tomatensauce, ohne die Nudeln und den Käse. Pilze sind trotz des Wortes funghetto im Namen nicht drin, wenn auch man Pilze in Neapel anscheinend sehr ähnlich zubereitet – im neapolitanischen Dialekt heißt mulignane a fungietello nämlich nichts anderes als Auberginen nach Pilzart.

 

Immer mehr Leute haben ja Angst vor Wartezeiten beim Kochen, aber das muss man nicht, so eine halbe Stunde verschwendet man an anderen Tagen durch Instagram-Scrolling oder im Stau stehen

 

Bildungsauftrag beendet, Messer gezückt. Mit dem würfle ich die Auberginen, gebe sie in eine Schüssel, salze sie und lasse sie dort eine halbe Stunde lang liegen, damit sich Wasser und Bitterstoffe lösen. Immer mehr Leute haben ja Angst vor Wartezeiten beim Kochen, aber das muss man nicht. So eine halbe Stunde verschwendet man an anderen Tagen durch weitaus sinnlosere Dinge wie Instagram-Scrolling, im Stau stehen oder zweiflerisches von Imbiss zu Imbiss laufen und sich nicht entscheiden können, ob man lieber einen Burrito, einen Döner oder ein Fischbrötchen essen will. Man kann diese harmlosen 30 Minuten also hervorragend damit nutzen, in aller Ruhe Socken zu sortieren, Schuhe zu putzen oder endlich das Bett neu zu beziehen.

Danach die Auberginen in ein Sieb geben und mit den Händen, einem sauberen Handtuch oder viel Küchenpapier ausdrücken. Hauptsache, man kriegt aus den Auberginen so viel Feuchtigkeit wie möglich raus. Dann großzügig Olivenöl in einer Pfanne verteilen und Auberginen darin braten bis sie butterweich sind. Auf einen mit Küchenpapier ausgelegten Teller geben und beiseite stellen.

 

Eine kleine Schärfe im Hintergrund macht dieses Gericht erst komplett

 

Die Tomatensauce mache ich normalerweise in derselben Pfanne wie vorher die Auberginen. Im darin nämlich noch übrigen, leicht auberginenaromatisierten Öl brate ich eine Knoblauchzehe bis sie Farbe bekommt, gebe passierte Dosentomaten dazu, lasse sie ein paar Minuten köcheln, entferne dann die Knoblauchzehe und würze die Sauce mit Salz, Pfeffer und ein wenig Peperoncino. Die Sauce soll nicht so scharf werden wie eine Arrabiata und man kann das Chili auch ganz weglassen, aber so eine kleine Schärfe im Hintergrund macht dieses Gericht meines Erachtens nach erst komplett.

Alles eine Viertelstunde köcheln lassen, dann die Hitze runterschalten und die Auberginen dazugeben. Nudeln kochen. Ich mag zu dieser Auberginensaucen-Variante am liebsten kurze Nudeln. Die hier benutzten Mafalde Corte sind ziemlich perfekt. Wenn man trotzdem lieber lange Nudeln wie Spaghetti nimmt, ist es meiner Erfahrung nach besser, die Auberginen in längere, julienneartige Streifen schneiden, anstatt sie zu würfeln. So schmiegen sie sich besser an die Nudeln.

Gekochte Nudeln zur Sauce in die Pfanne geben, frisches Basilikum dazu, alles ein paar Mal schwenken und umrühren und kurz ziehen lassen. Auf dem Teller dann erst die frische Büffelmozzarella untermischen und schließlich so fein wie möglich Pecorino über alles drüber reiben. Wer statt des Pecorinos Ricotta salata in die Hände kriegt: Mindestens so gut! Und wer keine Mozzarella mag (wer auf der Welt mag eigentlich keine Mozzarella?) kann stattdessen Provolone nehmen.