Pere e parmigiano

Es gibt Tage, an denen laufe ich orientierungslos durch die Läden, möchte irgendwas für einen interessanten kleinen Salat kaufen, bin aber dermaßen einfallslos, dass ich über Gurke, Tomate, Blattsalat, Zwiebel nicht herauskomme, aber auf all diese Zutaten keine Lust habe. Dabei ist es so einfach: Birnen, Rucola, Parmesan. Macht sowas von einen interessanten Salat, das glaubt man gar nicht. Mögen auch Leute, die keinen Salat mögen. Mögen sogar Leute, die keine Birne mögen. Denn zu dritt sind diese Zutaten nicht, was sie allein sind. Sie sind besser.

Derzeit ist zwar noch nicht unbedingt Birnen-Saison und entscheidend für dieses simple Gericht ist (wie immer), dass alle Zutaten exzellent sind, was natürlich am ehesten der Fall ist, wenn sie grad frisch vor der Tür wachsen. Aber manchmal kriegt man tatsächlich auch schon vor Ende August richtig gute, süße Birnen in die Hände, die nicht grad aus Argentinien oder Chile kommen. Sondern aus Italien oder Spanien. Zum Beispiel die hier verwendeten Pere Kaiser Fiorone aus Italia. So stand es zumindest auf dem Gemüsemarktschild. Das geht als Kompromiss durch.

Birnen hauchdünn aufschneiden, Parmesan ebenso hauchdünn aufschneiden, Rucola er selbst sein lassen. Darüber nur noch ein wenig bestes Olivenöl, Weiß- oder Rotweinessig. Wer es diverser mag, kann Himbeeressig nehmen. Aber mehr braucht es nicht. Absolut nicht. Eigentlich nicht mal Öl und Essig. Zur Not wirklich nicht. Höchstens noch eine Scheibe geröstetes Brot und einen guten, hellen Drink. Schon hat man in Gedanken die Füße im See, den Kopf unter Obstbäumen und die Sonne auf der Nase.

Man bräuchte eine jederzeit präsente Schublade im Gehirn mit der Aufschrift “Wahnsinnsgerichte, die total einfach sind, nie langweilig werden, einem aber leider nie einfallen, wenn man sie grad braucht.” Dieser Salat würde sofort reingeräumt.

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