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Dass sich Süßes und Salziges oder Mildes und Bitteres besonders inmitten von hauchdünn ausgewalztem Nudelteig wohlfühlen, weiß ich spätestens seit die Tortelli di zucca aus Mantova zu einem meiner Lieblingsgerichte geworden sind. Ein ähnliches Geschmackserlebnis bietet die folgende Variante, die ohne Amaretti und Kürbis auskommt und deshalb nicht so sehr nach Weihnachten schmeckt wie der süßsalzige Klassiker, aber dennoch verschiedene Geschmäcker aufs Fantastischste kombiniert. Kochen kann man die Mezzelune mit Radicchio, Ricotta und Rosinen folgendermaßen:

Zunächst bereite ich einen klassischen Nudelteig zu, wie immer aus einer Mischung aus Hartweizengrieß, Weizenmehl und Ei. Während dieser Teig nun in Folie eingewickelt im Kühlschrank auf seine Bestimmung wartet, mache ich mich an die Vorbereitung der Füllung. Dazu lasse ich den Ricotta (wenn nötig) ein wenig abtropfen, damit er schön trocken ist und später nicht die ganze Nudel verwässert. Bei dem von mir verwendeten Büffelricotta war das gar nicht nötig. Dann gebe ich den fein geschnittenen Radicchio (es eignet sich eigentlich jede rote, schön bittere Sorte) zusammen mit wenig Knoblauch in die Pfanne mit heißem Öl und lasse beides kurz ziehen. Jetzt kommt der Ricotta dazu und zum Schluss die feingehackten, vorher kurz in Wasser eingeweichten Rosinen. Gekocht werden muss nun nichts mehr, sondern nur noch verrührt, bis sich eine weiche Paste gebildet hat. Aufs Pürieren verzichte ich. Ich mag es lieber, wenn man beim Essen noch merkt, was man da eigentlich vor sich hat. Für Geschmack und Konsistenz empfiehlt es sich allerdings, noch etwas feingeriebenen Parmesan beizumischen.

Wenn alles abgekühlt ist, ist auch der Nudelteig bereit und kann auf der dünnstmöglichen Stufe ausgerollt werden. Dann jeweils ein bisschen Füllung auf die Nudel gegeben und zugeklappt und kurz ins siedende Wasser damit und dann mit geschmolzener Butter serviert. Ein paar Körnchen Mohn geben geschmacklichen und optischen Kontrast. Das Gericht ist ein Gedicht.

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