Cima di Rapa

Cima di Rapa

Im Herbst ist die Freude über saisonale Zutaten groß: Cima di Rapa ist da! Und ergibt zusammen mit Knoblauch und Orecchiette das Nationalgericht Apuliens.

Von Juri Gottschall

Im Herbst ist meine Freude über saisonale Zutaten so groß wie höchstens noch zur Spargelzeit. Erst kamen die Feigen, dann die Äpfel und Nüsse, bald der weiße Trüffel und der Vacherin. Den Kürbis habe ich sowieso schon mehrfach auf dem Tisch gehabt. Und heute gab es beim Gemüsehändler den ersten Cima di Rapa. Der war noch richtig hellgrün, duftete aber schon roh so intensiv, dass ich gleich eine große Handvoll eingepackt habe. Wer das Gemüse nicht kennt: Cima di Rapa ist so eine Mischung aus Kohl und Broccoli. Ich glaube, man sagt auch „wilder Broccoli“, wobei ich das mit diesem „wild“ auch bei vielen anderen Gemüsesorten nicht ganz verstehe – oft scheint es mir eher ein Marktingtrick zu sein. „Wild“ klingt eben aufregend und selten. Zumindest der Cima di rapa wird ja aber doch kultiviert und nicht abenteuerlich am Waldrand gesammelt.

 

Cima di rapa schmeckt weniger nach Broccoli als viel mehr nach scharfem Kohl, aber gleichzeitig viel feiner, mit einer leichten Senfnote, nicht so ordinär wie die uns bekannten Kohlsorten

 

Er schmeckt gar nicht so sehr nach Broccoli, sondern eher nach Kohl, aber gleichzeitig viel feiner, mit einer leichten Senfnote und nicht so ordinär wie die uns bekannten Kohlsorten. Klassisch wird er mit Peperoncino, Sardellen und Orecchiette gegessen und ist so etwas wie das apulische Nationalgericht.

Ich koche Rapa und Orecchiette gemeinsam in einem Topf mit gut gesalzenem Wasser und dünste währenddessen viel Knoblauch, Peperoncino und je nach Geschmack eine oder mehrere Sardellen in Öl. Die werden schließlich mit dem abgegossenen Gemüse-/Nudelgemisch vereint, das dann nochmal mit etwas kräftigem Olivenöl, idealerweise der Sorte Coratina gewürzt wird. Der Geschmack ist unbeschreiblich. Wie eben so oft, wenn ein Gericht nur aus wenigen Zutaten besteht, die allesamt großartig sind.