Rapa

Im Herbst ist meine Freude über saisonale Zutaten so groß wie höchstens noch zur Spargelzeit. Erst kamen die Feigen, dann die Äpfel und Nüsse, bald der weiße Trüffel und der Vacherin. Den Kürbis habe ich sowieso schon mehrfach auf dem Tisch gehabt. Und heute gab es beim Gemüsehändler den ersten Cima di Rapa. Der war noch richtig hellgrün, nicht so schwach wie oft im Winter, und er duftete schon roh so intensiv, dass ich gleich eine große Handvoll eingepackt habe. Wer das Gemüse nicht kennt: Cima di Rapa ist so eine Mischung aus Kohl und Broccoli. Ich glaube, man sagt auch “wilder Broccoli”, wobei ich das mit diesem “wild” auch bei vielen anderen Gemüsesorten nicht so ganz verstehe. Er schmeckt aber gar nicht so sehr nach Broccoli, sondern schon eher nach Kohl, aber gleichzeitig viel feiner, mit einer leichten Senfnote und nicht so ordinär wie die uns bekannten Kohlsorten. Klassisch wird er mit Orecchiette gegessen und ist sowas wie das apulische Nationalgericht.

Ich koche Rapa und Orecchiette gemeinsam in einem Topf mit gut gesalzenem Wasser und dünste währenddessen viel Knoblauch und Peperoncino in Öl. Die kommen dann zum abgegossenen Gemüse-/Nudelgemisch, dass dann mit nochmal Öl (und nochmal Öl) und Käse serviert wird. In meinem Fall fiel die Wahl auf Grana Sovrano, der ungefähr ein Viertel Büffelmilch enthält, und sich sehr gut mit dem würzigen Gemüse versteht. Der Geschmack ist unbeschreiblich. Wie eben so oft, wenn ein Gericht nur aus drei Zutaten besteht, die alle großartig sind.

 

 

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