Piemont

Piemont

 

Das Piemont ist eine der abwechslungsreichsten Regionen Italiens. Beginnend in den Alpen, zieht sie sich durch verschiedenste Landschaften bis fast an die Ligurische Küste. Die Region ist geprägt von Bergen und Seen im Norden, von den pittoresken Hügellandschaften der Langhe bis hin zur Millionenstadt Turin. So vielfältig wie ihre Landschaften, sind auch die Spezialitäten der Region. Das Piemont ist eine der kulinarisch interessantesten und wichtigsten Gegenden Italiens. Kein Wunder, dass auch die Slow-Food-Bewegung und die Lebensmittelkette Eataly hier ihren Ursprung haben. Carlo Petrini sagte einmal in einem Interview sinngemäß: „Ich komme aus dem Piemont, also ist es für mich unmöglich mich nicht sehr für Essen zu interessieren“.

Genauso ist es wahrscheinlich unmöglich all die großen und kleinen Spezialitäten aufzuzählen, die diese Region auszeichnen. Es sind einfach zu viele. Probieren wir deshalb uns wenigstens auf die größten zu konzentrieren.

In den Ausläufern der Alpen ist die Landwirtschaft besonders durch die Produktion von Käse geprägt. Überhaupt hat Käse im Piemont eine fast übernatürliche Bedeutung. Zwar sind hier weder die großen bekannten wie Parmesan oder Gorgonzola entstanden, dafür aber unzählige kleine Sorten, die man in Feinkostgeschäften in ganz Italien und darüber hinaus kennt. Besonders Ziegenkäse, den man sonst in Italien eher selten findet, ist hier verbreitet. Vielleicht ein Überbleibsel der Kultur aus dem nahen Frankreich.







Ebenfalls berühmt ist das Piemont für Getreideanbau und -Verarbeitung. Viele Mühlen und Pastahersteller prägen die Region. Wann immer von alten Getreidesorten oder neuen Getreidentdeckungen die Rede ist, kommt die Sprache aufs Piemont. Der Anbau von Getreide hat hier eine lange Tradition. Dazu passt auch, dass die Grissini in Turin erfunden wurden. Sie werden hier in verschiedensten Qualitäten und Arten in fast jeder Bäckerei verkauft.

Die Gegend der Langhe, einer weitläufigen Hügellandschaft inmitten der Region, ist besonders für Weine von Weltruhm bekannt. Barolo, Barberesco, Barbera. Sie alle werden hier auf unzähligen Weinbergen angebaut. Steht man auf den Hügeln rund um Barolo, wird die Unendlichkeit der Weinberge nur durch die schneebedeckten Alpen am Horizont begrenzt.

In unmittelbarer Nähe, zwischen Alba und Asti, befindet sich das Zentrum der weißen Trüffel. Der jährliche Trüffelmarkt in Alba ist legendär und zieht Besucher aus der ganzen Welt an. Ebenfalls zurecht berühmt: Die Piemonteser Haselnuss IGP, eine geschützte Sorte mit vollem Geschmack, die mit keiner Haselnuss zu vergleichen ist, die man in normalen Supermärkten bekommt. Sie ist auch der Grund wieso sich nicht nur Ferrero, sondern vor allem unzählige kleinere Schokoladenhersteller in der Gegend angesiedelt haben. Novi Ligure, aber auch Turin, gelten als Zentren von Gianduja und Kakao.





Im Süden des Piemonts ist schon der Einfluss Liguriens zu spüren. Hier wird an jeder Straßenecke Focaccia di Recco und Farinata gegessen.