Anna Pearson

In dieser Rubrik bitten wir in regelmäßiger Folge Menschen mit gutem Geschmack unseren Fragebogen auszufüllen.

Wer das Schweizer Magazin annabelle liest, kennt Anna Pearson wahrscheinlich als dessen exzellente Gourmet-Autorin, die sie bis vor kurzem war. Die ausgebildete Designerin hat nach dem Studium in verschiedenen Restaurantküchen gelernt und sich schließlich ganz auf das Thema Essen spezialisiert, im Hinterkopf immer den Slow-Food-Grundsatz “gut, sauber und fair”.

Einige Jahre lang veranstaltete sie außerdem im Speisesaal ihres beneidenswert großen Hauses (inklusive Denkmalschutz, Berg- und Züriseeblick, Gemüsegarten und Hühnerstall!) Supperclubs, denen in Zusammenarbeit mit ihrer Schwester Catherine Pearson das sehr schöne Kochbuch namens Zu Tisch! folgte. Leider kann man es sich nur noch sehnsüchtig im Internet ansehen, weil ausverkauft.

Ist zwar schlimm, aber zur Zeit nicht so schlimm, denn bald gibt es, wenn alles gut geht, Nachschub aus dem Hause Pearson und Co. Derzeit läuft eine Crowdfunding-Kampagne für das von Anna Pearson und sechs weiteren Personen aus den Bereichen Gastronomie, Journalismus, Eventorganisation, Design und Informatik konzipierte Magazin- und Medienprojekt «gut» – das Magazin vom Essen. Endlich mal was Neues aus der Kategorie “Essen im Internet”, das ohne verniedlichten Foodielove-Nom-Nom-Foodporn-viertausend-blöde-Trendzutaten im One-Pot-Bowl-plus-Chiasamen-Scheiß auskommt. Zeitlos gutes Essen und Geschichten, die wirklich Geschichten sind, nicht nur versteckte Werbung.

Vier Mal im Jahr soll «gut» sich anhand verschiedenster Geschichten mit kulinarischem Bezug einem Thema widmen, das mal Ei lauten kann, mal aber auch ganz abstrakt Nacht oder Tod. Wer mehr wissen will, erfährt es hier.

Aber jetzt folgen erst einmal Annas Antworten auf unsere sechs Fragen.

Frühstück an einem ganz normalen Wochentag: was gibt es?
Im Moment am liebsten: Feuchtes Roggensauerteigbrot, viel gesalzene Butter, sehr teures und sehr gutes Demeter-Mostbröckli (Trockenfleisch vom Rind)

Ein Gericht, für das du berühmt bist?
Vielleicht für meine Ravioli? Ich hoffe es zumindest! (Zuletzt habe ich einen Pastateig aus Kastanien- und Dinkelruchmehl (und natürlich Eiern von unseren Hühnern) mit frischem Ricotta von der Kuh und geräuchertem von der Ziege gefüllt, mit Bärlauch, Nussbutter, gerösteten Baumnüssen und etwas Zitronensaft und -schale serviert – die fand ich sehr gut :-))


Welche Regeln gelten in deiner Küche?
Wenn ich (mit-)koche, nur meine und die sind streng. Ich nötige allfällige Schnippel-HelferInnen mit detaillierten Instruktionen zu Formvorstellungen und Grössenangaben im Millimeterbereich. Es ist nämlich ganz und gar nicht egal, in welche Form und wie gross eine Karotte zugeschnitten wird – auch wenn diese Haltung unter HobbyköchInnen weitverbreitet ist.
Alternativ lasse ich mich von A bis Z bekochen, halte mich dann auch nicht in der Küche auf, will mit dem ganzen Zubereitungsprozess wirklich gar nichts zu tun haben und freue mich dann sehr darüber, auch einmal bekocht zu werden.

Das letzte interessante Produkt, das du für dich entdeckt hast und auf das du in deiner Küche schwörst?
Spontan kommen mir diese beiden in den Sinn:
– geräucherter Ziegenricotta von Toni Odermatt, Stans
– Sizilianisches Mandarinenschalenpulver, gekauft im schönsten Kolonialwarengeschäft der Schweiz, bei Schwarzenbach in Zürich.

Wenn du auswärts isst: woran erkennst du ein gutes Restaurant?
Unter anderem an einer kleinen, überschaubaren Karte – wenn es überhaupt eine gibt –, in der Liebe zum Essen und Leidenschaft für gute Grundprodukte und Interesse an deren Herkunft spürbar ist.

Empfehlung zur Einkehr in Italien?
Es ist doch fast überall zur Einkehr zu empfehlen in Italien!
Zum Beispiel im kleinen Agriturismo im ligurischen Hinterland, wo es zum Dessert Himbeeren aus dem Garten und Fior di Latte-Glace aus Milch von den eigenen Kühen gab. Nein, den Namen weiss ich nicht mehr.

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