Tagliolini radicchio e fave

Tagliolini radicchio e fave

Wenn der Frühling nah ist, kommen die Salate in bunten Farben und die Bohnen in allen Formen. Fertig ist auch schon das Nudelgericht aus dicken Bohnen und Radicchio.

Fave, die dicken Bohnen, haben wir bei Splendido schon häufig verarbeitet. Jetzt gibt auch noch überall die verschiedensten Radicchio-Sorten. Ein sicheres Zeichen für ein sehr schnelles Vorankommen des Frühlings – zumindest scheint er schon im Veneto angekommen zu sein, das ja sozusagen die nationale Radicchioproduktionsstätte Italiens darstellt. Fast jedes kleine Dort hat seine eigene Sorte und auch wenn man hierzulande fast nur den Treviso, Tardivo, Castelfranco und vielleicht noch Chioggia kennt, wird man überrascht sein, welche Menge an Varietäten das bittere Gemüse aus Norditalien hervorbringt. Radicchio ist ein Klassiker. Egal ob auf der Pizza, im Salat oder als Gemüse zubereitet. Es ist wirklich ein Jammer, dass er in Deutschland häufig immer noch in seiner unschönsten, runden Form ein Schattendasein als Salat fristen muss.

Für dieses Gericht habe ich den klassischen, langen Treviso gewählt und ihn mit wenig kleingeschnittenem Knoblauch in Olivenöl gedünstet bis er nach ein paar Minuten seine kräftige rote Farbe in ein erdiges Braun gewechselt hat. Die vorher sorgfältig geschälten Bohnen (die sind das einzig Anstrengende an diesem Gericht, denn Fava Bohnen muss man immer zweimal schälen – einmal aus ihrer Schote und dann noch einmal jede Bohne einzeln) habe ich kurz in Salzwassser blanchiert bis sie weich waren und parallel dazu die frischen Tagliolini gekocht. Dann die Bohnen zum Radicchio, mit Salz und Pfeffer würzen und einen guten Schuss Rotwein dazu. Den mag das Gemüse nicht nur wegen der Farbe. Den Wein verdampfen lassen, dann alles gemeinsam auf den Teller und noch großzügig mit Öl und etwas weniger großzügig mit dem besten Balsamico garnieren, den die Küche hergibt. Der schenkt dem bitteren Zusammenspiel wieder ein bisschen Süße und ergänzt das Ensemble mit seiner ganz eigenen Art. Ziemlich gut!

J.