Timballo di Anelli

Timballo di Anelli

Ein Timballo schmeckt auch gut lauwarm oder kalt und eignet sich deshalb bestens als Proviant.

Von Mercedes Lauenstein

In Sachen Nudelaufläufe und Nudelsalate ist man als kulinarisch in Deutschland sozialisierter Mensch etwas beschädigt. Zu oft hat man besagte Speisegattungen auf Schulfesten oder Geburtstagen in ihrer denkbar schlechtesten Form verzehren müssen. Bei Aufläufen hieß das: Zerkochte Pasta, ertränkt in mit Dosenerbsen und Billig-Schinken durchsetzter Sahnesoße, überbacken mit Gouda oder Emmentaler. Kein Wunder, dass man diesen Gerichten auch später stets skeptisch gegenübersteht und sich erst bekehren lässt, sobald einem jemand den ersten richtig guten Nudelsalat oder die erste richtig gute Pasta aus dem Ofen serviert hat.

Dies geschieht in der Regel in Italien.

 

Ein Timballo schmeckt auch gut lauwarm oder kalt

 

Denn hier weiß man, wie derlei Gerichte so zuzubereiten sind, dass sie keine Traumata verursachen. Der sizilianische Timballo di anelli ist ein hervorragendes Beispiel. Die dafür am besten geeignete ringförmige Pastaform namens Anelli (von anello, Ring) ist leider nicht so einfach zu bekommen. Wer sie in einem gutsortierten italienischen Feinkostladen oder gar auf Reisen in Italien entdeckt, tut gut daran, sich damit einzudecken. Alternativ kann man aber auch Ditalini oder ähnliche kurze Nudeln verwenden.

Ein Timballo schmeckt auch gut lauwarm oder kalt, er eignet sich deshalb ideal als Proviant für einen langen Strandtag, zum Beispiel zu Ferragosto.

Diese Variante ist die einfachste und eine der vegetarischsten, unserer Meinung nach schmeckt sie am besten. Aber wer mehr will und sich ein wenig in die Causa Timballo einliest beziehungsweise intuitiv herumexperimentiert, wird unzählige Varianten finden: die einen ergänzen noch Ragù, die anderen Erbsen und Pancetta, Salsiccia, oder Ei.

 

So geht’s:

 

Einen simplen Tomatensugo aus Zwiebeln und Passata aufsetzen: Den Boden eines Topfes mit Olivenöl bedecken, die gewürfelten Zwiebeln hineingeben und unter Rühren leicht anschwitzen bis sie glasig geworden sind und mit der Passata ablöschen. Salzen. Auf niedriger Flamme mindestens vierzig Minuten einkochen lassen, der Sugo soll später schön sämig und überaus intensiv nach Tomaten schmecken. Je länger, desto besser. Es wäre schade, wenn er nachher den Timballo verwässerte.

Währenddessen die Auberginen würfeln und in Olivenöl in der Pfanne braten, bis sie butterweich und goldbraun geworden sind. Leicht salzen und beiseite stellen.

Die Anelli in gesalzenem Kochwasser al dente kochen.

Eine oder je nach Mengenbedarf und Geschmack auch mehrere Mozzarelle in kleine Stücke reißen und in einem Sieb abtropfen lassen.

Frisches Basilikum waschen und bereit legen.

Die Anelli abgießen.

Anelli, Auberginen, Sugo und Basilikum miteinander vermischen. Eine gut gebutterte und mit Semmelbröseln ausgekleidete Backform bereitstellen und eine erste Lage der mit den anderen Zutaten vermischten Pasta hineingeben. Etwas Mozzarella auf diese erste Lage streuen, dann wieder Pasta, und so fort bis die Form bis an den Rand gefüllt ist.

Die Oberfläche mit Semmelbröseln bedecken und zum Schluss einige Butterflocken darauf verteilen. In den auf 180 Grad vorgeheizten Ofen geben und je nach Größe der Backform (je größer, desto länger) um die 30 Minuten backen, bis die Semmelbrösel an der Oberfläche appetitlich goldbraun geworden sind.

Timballo aus dem Ofen nehmen und eine gute Viertelstunde auskühlen lassen, dann auf eine Servierplatte stürzen.

Zutaten
Anelli oder Ditalini, Tomatenpassata, Semmelbrösel, Auberginen, Zwiebeln, Basilikum, Mozzarella, Olivenöl Extra Vergine, Butter