Mönchsbart

Barba di frate

Frühlings wird’s und das merkt man auch beim Gemüseeinkauf. Zum Beispiel am barba di frate, dem Mönchsbart. Zusammen mit Spaghetti ist er das perfekte Mittagessen.

Von Juri Gottschall

Frühlings wird’s und das merkt man dieser Tage auch beim Gemüseeinkauf. Und weil diese schöne Jahreszeit irgendwie jedes Jahr früher zu kommen scheint, gibt es die ersten typischen Frühjahrsgemüse jetzt sogar schon im Februar. Zum Beispiel diesen barba di frate, den Mönchsbart. Kommt aus Italien, wächst in der Nähe von Wasser und wird dort auch als Agretti verkauft. Meinen fand ich bei Eataly.

Zubereiten lässt sich das salzige Gemüse denkbar einfach: Zum Beispiel kurz gedünstet als Salat oder Vorspeise oder – wie in meinem Fall – klassisch mit Spaghettini.

 

Mönchsbart, agretti oder barba di frate – gemeint ist ein leicht salziges, fleischiges Gemüse, das auf den ersten Blick aussieht wie eine Mischung aus sehr dickem Gras und Schnittlauch

 

Den Mönchsbart habe ich gewaschen, großzügig von seinen Wurzeln befreit und mit etwas Knoblauch kurz in Öl gedünstet. Salz und Pfeffer dran – und eigentlich wäre er so schon ein Gericht gewesen. Ich wollte aber mehr und erinnerte ich mich an die Chinottos, die ich vor ein paar Tagen gekauft hatte und die seitdem bitter im Kühlschrank ausharrten. Also habe ich Butter geschmolzen, den Saft der ausgepressten Bitterorangen eingerührt und mit etwas Sahne aufgegossen. Dann etwas würzigen Bergkäse darin geschmolzen und alles mit dem Mixstab unter Zugabe von etwas Lezithin zu einem Schaum aufgemischt und rasch um die Nudeln drapiert. Geröstete Pinienkerne drüber – fertig!

Käse braucht dieses Nudelgericht nicht, der ist ja schon in der Soße und die leicht bittere Orangennote versteht sich ganz hervorragend mit dem seifigen, salzigen Geschmack des Mönchsbarts. Hier kommen viele ungewöhnliche Aromen zusammen, die in der Kombination sehr spannend schmecken.

Dieses Gericht schmeckt auch mit Zitronen, Mandarinen und einem alten Parmesan sehr gut.