Chicorée mit wilden Preiselbeeren und Crottin

Chicorée mit Preiselbeeren

Ein herrlich einfach und schnell zubereitetes Mahl, das als Vorspeise, als Beilage, oder im Sommer mit zwei Scheiben geröstetem Brot und einem Glas Weißwein sogar als leichtes Abendessen durchgeht.

Von Mercedes Lauenstein

Das ist heute zur Abwechslung mal ein sehr französisches Gericht, alle seine Zutaten stammen aus Frankreich, in diesem Fall habe ich sie sogar nach einem kleinen Besuch in Strasbourg vor einiger Zeit selbst nach München importiert. Man sollte sie aber hier genauso gut bekommen. Nur der kleine Radicchio rose, den ich dem Chicorée an die Seite gelegt habe, kommt aus dem Veneto. Aber das war es auch schon. Es ist ein herrlich einfach und schnell zubereitetes Mahl, das sowohl als Vorspeise, als Beilage, oder im Sommer mit zwei Scheiben geröstetem Brot und einem Glas Weißwein sogar als leichtes Abendessen durchgeht.

 

Der nussige und leicht säuerliche Crottin macht sich hier besser als andere Ziegen- oder Schafskäse, er überdeckt die zarten Aromen von Radicchio und Chicorée nicht

 







Ich habe den Chicorée und den Radicchio halbiert, jeweils eine Hälfte kurz und scharf in leicht gesalzener französischer Butter und etwas Olivenöl angebraten und dann gemeinsam mit einem ganzen Crottin de Chavignol für etwa sieben Minuten in den Ofen gelegt. Ich finde, der nussige und leicht säuerliche Crottin macht sich hier besser als andere Ziegen- oder Schafskäse, da er zwar durchaus charakteristisch würzig schmeckt, aber doch noch dezent genug ist, die zarten Aromen von Radicchio und Chicorée nicht zu überdecken. Außerdem ist seine Konsistenz toll – er ist nicht zu weich, nicht zu fest und bröckelt gut und leicht.

In der Zwischenzeit habe ich eine Schalotte und ein Lorbeerblatt in der Pfanne in Butter angebraten, mit einem Schluck Sherry abgelöscht, Honig dazugegeben (in meinem Fall Akazienhonig) und schließlich die Preiselbeeren. Dann alles etwa so lange köcheln lassen, bis die Beeren aufgeplatzt sind und sich das Ganze zu einer geschmeidigen Sauce entwickelt hat. Mit Salz, Pfeffer und eventuell noch einmal etwas Honig abgeschmeckt.

Zu den Preiselbeeren: Ich habe dafür wilde, ungesüßte Preiselbeeren aus dem Glas benutzt, die ich im Carrefour in Frankreich entdeckt habe. Sie waren lediglich im eigenen Saft eingelegt, was mir natürlich die Freiheit verschafft hat, sie ganz nach meinem Geschmack selbst zu süßen. Tatsächlich habe ich ihnen dann auch noch relativ viel Honig mit auf den Weg gegeben. Benutzt man jene bereits zur Marmelade eingekochte Preiselbeeren aus dem Glas, kann man auf den Honig eventuell verzichten und gibt einen Schluck Wasser in die Pfanne, damit die Konsistenz stimmt. Es darf allerdings ruhig eine recht süße Soße werden, das Sherry-Aroma, der würzige Käse und die bittere Note des Chicorées fangen das lässig auf.





Dann Gemüse und Käse aus dem Ofen holen. Der Chicorée bleibt nach dem Braten etwas knackiger, klarer, während der Radicchio in der angebratenen, gegrillten Form fast schon etwas Fleischiges bekommt – nebeneinander macht sich das sehr gut.



Auf einem Teller anrichten, die Sauce darüber sprenkeln und schließlich etwas von dem im Ofen warm- und weichgewordenen Crottin mit den Fingern abbrechen und darüber werfen, fertig.