Kartoffelsalat

Kartoffelsalat

Nie wieder Probleme mit Kartoffelsalat! Dieser ist idiotensicher und noch dazu einer der besten und sommerlichsten, die man zubereiten kann.

Von Mercedes Lauenstein

Kartoffelsalat, das klingt immer so einfach. Sollte es eigentlich auch sein. Und trotzdem sind mir schon eine ganze Menge Kartoffelsalate misslungen. Sie waren wässrig, irgendwie geschmacklos und trotz aufmerksamer Lektüre unterschiedlicher Rezepte blieb mir schleierhaft, warum. Jedenfalls habe ich deshalb aus Lust- und Mutlosigkeit lange keinen Kartoffelsalat mehr zubereitet. Bis mir Marisa, die Oliven- und Kapernbäuerin meines Vertrauens von ihrem Kartoffelsalat erzählte. Das Schöne: Er kommt ohne jedes wässrige Element aus. Kein Essig, keine Brühe. Nur Olivenöl.

 

Dieser Kartoffelsalat ist der sommerlichste und idiotensicherste von allen

 

Als vor einigen der Tagen plötzlich der Sommer über die Stadt hereinbrach, habe ich ihren Kartoffelsalat gemacht und in der Abendsonne auf dem Balkon gegessen. Dazu trank ich Genepi aus dem Tessin, mit Tonic, Eis und Zitrone. Ich kann mich nicht erinnern, wann mir ein Kartoffelsalat zuletzt eine solche Freude bereitet hat.

Der Kartoffelsalat ist schnell gemacht. So geht’s: Kartoffeln in Salzwasser kochen. Schön speckig, im Inneren goldgelb und festkochend müssen die Kartoffeln sein. Ausdampfen, pellen und abkühlen lassen. Dann in größere, grobe Würfel schneiden, je nach Kartoffelgröße – meine hab ich teils geviertelt, teils gesechstelt. In eine Schale geben.

Ein Salatblatt hinein, nicht mehr

 

Basilikum Blätter fein aufschneiden. Zwiebeln sehr fein schneiden, am besten mildsüße junge Tropeazwiebeln. Außerdem dunkle, sehr aromatische kleine Oliven, idealerweise in Olivenöl eingelegte Taggiasca-Oliven – je nach Geschmack halbieren oder im Ganzen lassen. Salzkapern in Wasser oder Weißwein spülen und grob hacken. Eine Handvoll kleine, süße Tomaten vierteln. Außerdem „ein Salatblatt“ in Streifen schneiden, wie mir Marisa mit erhobenem Zeigefinger sagte. Dürfen natürlich auch zwei sein. Die Idee ist nur, dass das Gericht noch ein Kartoffelsalat bleibt und das Grün lediglich als Ergänzung dabei. Das Salatblatt unbedingt sehr gut getrocknet aufschneiden, denn wir wollen ja nicht Gefahr laufen, dass hier irgendetwas verwässert. Romano ist übrigens eine gute Wahl. 

Alles zu den Kartoffeln in die Schale geben.

Dann wahlweise – muss nicht, passt aber einfach sehr gut – entweder Sardellen oder Sgombro, also Makrele ebenfalls noch zu dem Kartoffelsalat geben, sicher geht auch Thunfisch gut. Nur bitte nicht zu viel des Fisches. Er soll Aroma geben, nicht Hauptzutat sein.

 

Gut mit Salz abschmecken, Kartoffeln brauchen viel Salz

 

Mit Pfeffer und Salz abschmecken – obgleich die Kapern ja schon salzig sind und möglicherweise der Fisch, aber bei Kartoffeln weiß man nie, sie brauchen viel Salz. 

Es folgt das Finale. Das da wäre: nur bestes, schön kräftiges Olivenöl drüber und davon viel. Minderwertiges Öl rächt sich hier doppelt, da es schließlich das einzige Dressing ist. Gut durchheben, fünf Minuten ziehen lassen (währenddessen Drink machen), servieren.