Orangencrostata

Orangencrostata

Wenn die Sonne sich schon draußen nicht zeigt, soll sie wenigstens drinnen aufgehen. Zum Beispiel mit dieser Orangencrostata.

Von Mercedes Lauenstein

So ein Winter kann lang und grausam sein. Ich empfehle zur Stimmungsaufhellung: Kuchen frühstücken. Und die Konzentration auf das Fröhlichste allen Winterobstes, die Orange. Zeit also für eine Orangencrostata.

Eine der schönsten Orangen (und die mit dem poetischsten Namen) ist die sizilianische Halbblutorange Tarocco. Der intensive Farbverlauf ihres Fruchtfleischs gleicht einem spektakulären Sonnenaufgang und auch ihr Aroma steht dem in nichts nach. Wer seine Tarocco-Orangen reif geerntet von einem guten sizilianischen Biobetrieb bezieht (z.B hier), kann nicht nur besten Gewissens die Schale mitverwenden, sondern kommt auch in den Genuss atemberaubender Geschmacksintensität: die Süße der reif geernteten Orange ist dann geradezu tropisch und erinnert beinahe an Mango, hinzu kommt das leicht Beerenhafte aller Halbblutorangen. Je kälter die Nächte in der Heimat der Tarocco-Orangen am Fuße des Ätna-Vulkans während ihrer Reifezeit, desto blutiger geraten sie und desto ausgeprägter auch die Beerenaromen.

Das Prinzip Orangencrostata lässt sich übrigens auch gut auf anderes Obst anwenden.

 

Orangencrostata: So geht’s

 

Die Formel für einen guten Mürbeteig lautet: 3 Teile Mehl, 2 Teile Butter, 1 Teil Zucker.

Das Mehl (oo oder 405) einfach auf der Arbeitsfläche oder in einer Schüssel auftürmen, den Zucker dazu und die – wichtig – kalte Butter. Diese entweder in Würfel geschnitten oder einfach auf der groben Käsereibe in Späne gerieben. Bei einer Menge von 300 Gramm Mehl, die für einen Kuchen von 26 cm Durchmesser völlig ausreichend ist, kommt noch ein Ei und eine Prise Salz dazu. Mit sauberen Händen gut verkneten, bis ein mürber Teig entstanden ist. Teig nun etwas kühlen, am besten in Folie gewickelt für etwa fünf Minuten ins Eisfach legen, so lässt er sich besser verarbeiten.

Nun die Form mit dem Teig auskleiden. Entweder den Teig mit den Fingern in der Form platzieren und von der Mitte aus Stück für Stück in Richtung der Ränder drücken. Oder zwischen zwei Lagen Klarsichtfolie ausrollen. So lässt sich der idealerweise recht dünne Teig besser in die Kuchenform transferieren. Den Teig unbedingt an den Rändern der Kuchenform hochziehen, so hält sie die Orangen und den austretenden und karamellisierenden Sud gut beisammen.

Den Teig nun entweder mit einer guten Orangenmarmelade bestreichen. Oder alternativ nur mit etwas Zucker bestreuen und frischen Orangenabrieb (auch deshalb nur Bio-Orangen verwenden) darüber geben. Ideal macht sich hier Gelierzucker, weil das darin enthaltene Pektin dabei hilft, den Orangensaft aus den Orangen beim Backen etwas einzudicken. Funktioniert aber auch mit normalem Zucker.

Nun die sorgfältig geschälten und in Scheiben geschnittenen Orangen darauf anordnen, nochmal mit Zucker bestäuben und in den auf etwa 170 Grad vorgeheizten Ofen geben. Die Crostata ist fertig, sobald der Teig an den Ränder leicht zu bräunen beginnt.