Crostini Piemontesi
Petersilie
Knoblauch
Eingelegte Sardellen
Olivenöl Extra Vergine
Butter
Erinnert sich noch jemand an das industrielle Knoblauchbaguette aus der Tiefkühltruhe? Und an den Horror, wenn es nicht ganz durchgebacken wurde? Schauder! Hier kommt die gute Nachricht: Niemand braucht den grausigen Fraß. Diese kleinen, mit einer erwärmten Paste aus Butter, Petersilie, Knoblauch und Sardellen bestrichenen gerösteten Brotscheiben sind viel besser und vielleicht das, was mit Knoblauchbaguette von vornherein gemeint war.
Die Zubereitung stammt aus dem Piemont, das einerseits berühmt ist für das einfache bäuerliche Leben auf dem Land und andererseits für die elaborierte Aperitivo-Kultur seiner Städte. In diesen sagenhaft puristischen Crostini trifft sich beides aufs Schönste. Man beißt hinein, schmilzt dahin und schmachtet: Wie kann so wenig so berauschend gut sein? Und irgendwie fast mehr nach Italien schmecken als jedes Stück Pizza?
Glattblättrige Petersilie samt Stängeln mit einer kleinen oder halben Knoblauchzehe, einigen Sardellenfilets und etwas Olivenöl Extra Vergine sehr fein hacken und mit etwas Olivenöl und Butter in der Pfanne erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist und die Aromen der Kräuter und Gewürze angenehm in die Nase steigen. Einige Minuten in der Hitze ziehen lassen, aber gut darauf achten, dass die Butter nicht braun wird.
Wir möchten übrigens an dieser Stelle gern nochmal darauf hinweisen, dass – wie bei jeder Zutat – auch die eingelegte Sardelle nie gleich eingelegte Sardelle ist. Hochwertige eingelegte Sardellen haben mit der minderwertigen Ware aus den meisten Supermärkten nichts zu tun und so manch ein Sardellen-Skeptiker hat erst dank des Kostens einer ersten guten Sardellen die Liebe zu dieser Umami-reichen Spezialität erst entdecken können. Wir bevorzugen die traditionell verarbeiteten Sardellen aus dem kleinen, auch für seine legendäre Colatura di Alici berühmten Ort Cetara an der Amalfiküste.
In Scheiben geschnittenes Weißbrot rösten und jede Scheibe mit ein wenig grüner Soße bestreichen. Noch mehr Piemont und Festlichkeit transportieren die Crostini, wenn man schwarze Trüffeln darüberreibt, entweder in Scheiben oder in feinen Spänen. Das ist alles andere als ein Muss, aber eine schöne Variation, falls sich eine passende Gelegenheit ergibt.
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